34 12/2026 BRANCHE Noch dazu: Der gut dreistündige Work- shop bei Marcus Martin macht richtig Spass. Die Teilnehmer sind bunt zusammengesetzt, man kann sich aber auch als Gruppe im Green Wolf Atelier im Zürcher Westen an- melden. Mitzubringen ist und vorausgesetzt wird nichts – ausser Freude an Pflanzen und am Gestalten. Bei der Umsetzung hilft der Fachmann und es steht zudem eine grosse Anzahl verschiedener Beispiele bereit. Schritt für Schritt zum «Minigarten» Dann wird gestartet. Als Erstes erfolgt eine professionelle Einweisung. Der Micro Gar- den soll möglichst lange Freude bereiten, deshalb muss man die Details und Wirkung kennen und verstehen. Marcus Martin zeigt die grosse Auswahl an Pflänzchen, Moosen, dekorativen Wurzeln, Ästen, Rindenstücken und Steinen, aus der man sich seine Kollek- tion zusammenstellen kann. Prinzipiell sind alle bereitstehenden Pflanzen miteinander kombinierbar. Zuvor hatte allein schon die Auswahl des Gefässes Kopfzerbrechen be- reitet – so viele Entscheidungen! Dann macht sich jeder ans Werk: Die Wurzeln der Pflanzen werden fein säuber- lich von der Erde befreit, da diese Mikro- organismen enthalten könnte. Zukünftig wachsen sie in einem anorganischen Subs- trat weiter. Die Pflanzen können munter miteinander kombiniert werden. Feste Re- geln gibt es nicht, Probieren ist angesagt. Der Bodenaufbau wird zweischichtig aus verschiedenen Substraten angelegt; unten eine leichte Steinmischung aus Bims, Lava und Zeolith, einer Mineralerde, die alle sehr gut Wasser aufnehmen können. Darüber wird Lavasubstrat gestreut. Es besitzt eine hohe Wasserspeicherfähigkeit und Formstabilität, ist wurzelfreundlich, fäulnisunempfindlich, wasserdurchlässig Es hört sich unglaublich an: Pflanzen, die man weder oft bewässern noch düngen muss. Sozusagen absolut pflegeleicht. Etwas für Leute mit wenig Zeit oder ohne grünen Daumen. Der Trick: Die Minigärten stehen unter Glas, in einem nahezu luftdicht abgeschlossenen Raum. Unter guten Bedingungen gedeihen sie hier jahrelang. Text und Fotos: Claudia Bertoldi Sie kennen sicher die sogenannten Buddel- schiffe, kleine Schiffsmodelle in Flaschen. Die Modelle, oft sind es Segelschiffe, ver- langen grosses handwerkliches Geschick, denn Details müssen von aussen in Posi- tion gebracht werden. Ganz so kompliziert ist die Gestaltung eines «Micro Gardens» nicht. Doch Geduld und Kreativität sind auch hierbei von Vorteil. Ein Gewächshaus in Miniaturformat – kugelrund, oval, in Flaschenform oder wie ein grosses Apothekerglas mit Korken oder Glasdecke obendrauf – jeder Micro Garden ist einzigartig. Fertig zum Kaufen gibt es sie allerdings nicht. Doch mit etwas An- leitung ist jeder fähig, sich seinen grünen Minigarten unter Glas selbst anzulegen. Aus unzähligen Kombinationen von Pflanzen und dekorativen Elementen entstehen Uni- kate, die sich als langlebige Dekoration des Wohn- oder Arbeitsbereichs eignen. Pflanzen unter der Glashaube Links: Das Ergebnis des dreistündigen Workshops wird über lange Zeit Freude bereiten. Oben: Diese bereits bepflanzten Gläser dienen als Anschauungsobjekte.
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