26 12/2026
PFLANZEN
wald Süd- und Mittelamerikas wird er bis 
zu 15 Meter hoch.
Heute stammen fast drei Viertel der Welt-
ernte von den Plantagen in Westafrika 
(Ghana und Elfenbeinküste). «Dort wird 
er auf maximal vier Meter Höhe gehalten, 
damit er gut beerntet werden kann», er-
klärt Janka. In Plantagen dienen sogenannte 
Kakaomütter zur Beschattung, also Bäu-
me, die höher wachsen als der Kakaobaum 
selbst. Gern werden für diesen Zweck Ko-
kospalmen, Bananen, Kautschuk, Avocado 
oder Mango gepflanzt. So hat Kakao einen 
vergleichsweise hohen Flächenbedarf. Um 
ein Kilo Kakao zu produzieren, braucht es 
20 Quadratmeter Landwirtschaftsfläche. 
Bei Weizen sind es 1,8 Quadratmeter, bei 
Zitrusfrüchten 0,6 Quadratmeter. 
Uns Menschen interessieren am Kakao-
baum die Früchte. «Sie werden in der Bota-
nik als ‹Panzerbeeren› bezeichnet und sind 
bis zu zwanzig Zentimeter lang. In die sehr 
harte Schale sind zwischen 20 und 60 Samen 
in einer süssen Pulpe eingebettet», erläutert 
Janka. 40 bis 50 solcher Samen braucht es 
für eine Tafel Schokolade. Erst nach der 
Fermentation verflüchtigen sich die bitter 
schmeckenden Polyphenole in den Samen 
und es entstehen die Stoffe, die beim Rösten 
die typischen Kakaoaromen bilden. 
Criollo, Forastero, Trinitario
Es gibt zwei Varietäten der Pflanze: Criollo 
(«Einheimischer») und Forastero («Fremd-
ling»). Dazu kommt ein Hybrid aus beiden, 
der in Trinidad entstanden ist und daher 
«Trinitario» genannt wird. Da Criollo an-
fällig gegenüber Krankheiten und Schädlin-
gen ist, liefert er trotz seines qualitativ sehr 
hochwertigen Kakaos nur fünf Prozent des 
Weltertrags an Kakao.
Der Baum blüht erstmals nach fünf Jah-
ren. Nach zwölf Jahren erreicht er den vollen 
Ertrag. Er trägt ganzjährig Früchte. Reif sind 
sie, wenn sich beim Schütteln zeigt, dass sich 
die Kakaobohnen in den Früchten lösen. Die 
reifen, grüngelben bis roten Früchte wie-
gen bis 500 Gramm. Sie werden von Hand 
geerntet, indem man sie mit der Machete 
vom Stamm abschlägt. Um den Baum zu 
schonen, werden sie so nah wie möglich 
an der Frucht abgeschnitten. Es braucht Er-
fahrung, um bei höher hängenden Früchten 
den Stamm nicht zu verletzen. 
Für Schleckermäulchen und Geniesser
Kakaobäume blühen üppig und fruchten das ganze Jahr. Nur sehr wenige Blüten werden bestäubt und 
noch weniger reifen zur Frucht heran. Sie wiegt bis zu einem halben Kilogramm – und ist botanisch eine 
Beere. Text: Alexandra von Ascheraden; Fotos: Manuela Schwendener, Botanischer Garten Basel
Der Kakaobaum blüht erstmals nach fünf Jahren. Die gestielten, zwittrigen und fünfzähligen Blüten wachsen in dichten Büscheln direkt aus dem Stamm 
und den Ästen. Bis zu tausend Blüten produziert ein Baum pro Jahr, aber nur aus den wenigsten entwickeln sich Früchte.
«Mich hat die Pflanze immer schon faszi-
niert: Die filigranen Blüten, die in dichten 
Büscheln direkt aus dem Stamm und den 
Ästen wachsen, die opulenten Früchte, der 
wunderbare Wuchs», sagt Biologin Heid-
run Janka. Die Blätter des Kakaobaums sind 
glattrandig und zugespitzt. Sie werden bis zu 
35 Zentimeter lang.
«Kakao wächst im sogenannten Kakao-
gürtel zwischen 20 Grad nördlicher und 
20 Grad südlicher Breite rund um den Äqua-
tor. Er verträgt keine Temperaturen unter 
16 Grad Celsius, braucht guten Boden und 
ausreichend Wasser», erklärt sie weiter in 
ihrer Vortragsreihe zu Genussmittelpflan-
zen am Botanischen Garten der Universität 
Basel.
Die Gattung Theobroma gehört zur Familie 
der Malvengewächse – vor der taxonomi-
schen Revision war sie den Sterkulienge-
wächsen zugeordnet. Theobroma umfasst 
zwanzig Arten immergrüner Sträucher und 
Bäume, die ihren Ursprung in den tropi-
schen Regenwäldern der Neotropis, also vor 
allem in grossen Teilen Süd- und Mittelame-
rikas haben. Der Kakaobaum (Theobroma 
cacao) ist eine Schattenpflanze. Im Regen-

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