12/2026 15 Der ausgedolte und renaturierte Steinibach fliesst mitten durch das neu gebaute Quartier Ziegeleipark in der Luzerner Agglomerationsgemeinde Horw. eigenständigen, von einer Strasse getrennten Flächen von 33 250 und 13 400 Quadratme- tern sowie 8000 Quadratmetern Dachfläche fertiggestellt. Zuvor waren die beiden Frei- flächen eine mehrheitlich landwirtschaft- lich genutzte, monotone Wiese mit rund dreissig Bäumen, die für den Neubau des Spitals gefällt werden mussten. Heute umfasst die naturnahe Bepflan- zung 330 Bäume und 540 standortgerechte Pflanzenarten. Die beim Aushub gefunde- nen rund 60 Findlinge aus der Eiszeit – der schwerste von ihnen wog 40 Tonnen – wur- den aussortiert und für die Gestaltung der Landschaft genutzt. Auch die Steine vom Fundament eines 3000 Jahre alten Weges, der durch das damals sumpfige Gelände führte, wurden während der Bauzeit unter- sucht. Für die Archäologen waren sie danach wertlos, das Landschaftsarchitekturbüro liess sie jedoch einlagern. Bevor die Bagger kamen, baute man zudem einen Metall- und zwei Holzpavillons aus einem ehemaligen Villengarten ab. Nach der Renovation und Reinigung stehen sie wieder auf diesem Areal und erinnern an die Zeit vor dem Spitalneu- bau. «Wichtig für uns war, die Geschichte des Ortes weiterzuerzählen», sagt Künzel. Die kindergerechte Arealgestaltung und Architektur des Neubaus tragen zur neuen Identität des Ortes bei. «Trotz der beacht- lichen Grösse des Gebäudes sollten sich Patienten und Besucher wohlfühlen. Der Park hilft, dass Kinder, aber auch Erwach- sene zum riesigen Gebäude einen Massstab finden», führt die Landschaftsarchitektin aus. «Bäume können dies vermitteln.» Ge- wählt wurden rund 150 Zierapfelbäume, die ihr Aussehen je nach Jahreszeit von der Blüte über die Früchte bis zum Herbstlaub stark verändern. Zusätzlich vernetzt diese Bepflanzung den Raum mit der landwirt- schaftlichen Wiesenlandschaft und ihren Obstbäumen rund um das Spital und mit dem dahinter liegenden bewaldeten Hügel, dem Burghölzli. Gestaltung schafft Orientierung Um den Patienten des Spitals zusätzlich zur Signaletik die Orientierung auf dem gross- flächigen Areal zu erleichtern, boten sich die zahlreichen Rundhöfe in vielen Eingangs- bereichen des Spitals an, die unterschiedlich und einladend gestaltet werden konnten. Das Gesamtareal bot zudem die Möglich- keit, ganz verschiedene Lebensraumtypen zu schaffen. Mager- und Fromentalwiesen wurden angesät, Wege und Randberei- che mit einer Saumvegetation eingefasst, Hecken mit einheimischen Gehölzen ge- pflanzt. Weiter tragen Ruderalflächen, fel- sige Steilböschungen, Streuobstwiesen mit ProSpecieRara-Sorten, Kleinstrukturen und Gärten mit Heilpflanzen zur Abwechslung bei. Die Flachdachfläche von 8000 Qua- dratmetern ist extensiv und halbextensiv begrünt. «Wenn die Bauherrschaft gut organisiert ist, kann die Kommunikation auf Vertrauen aufbauen und die Entscheidungswege sind klar», machte Künzel bei diesem und an- deren Projekten die Erfahrung. Zusätzlich gab der Generalunternehmer die Abläufe vom Bauherrenvertreter zur Baukommis- sion respektive zum Architekten und Land- schaftsarchitekten vor, verständlich und mit definierten Zielen für die Funktionen des Spitals. Ein glücklicher Zufall war, dass die Bauherrenvertretung, das Architekturbüro Herzog & de Meuron und die Landschafts- architekten August + Margrith Künzel be- reits das Rehabilitationszentrum in Basel, die Rehab, zusammen umgesetzt haben. Den Auftrag für das Basler Spitalprojekt erhielten sie ebenfalls über einen Wettbewerb. Als anspruchsvoll empfand Künzel die lange, 15-jährige Zeitspanne von der Pla- nung bis zur Umsetzung, insbesondere weil wichtige Schlüsselpersonen beteiligter Orga- nisationen und Behörden gewechselt haben. «Mündliche Abmachungen beispielsweise zum Standort von Veloabstellflächen sind dann plötzlich bei der Baueingabe nicht mehr gültig.» Auch bei der Umsetzung än- dern sich kurzfristig Abläufe, wann was ab- gewickelt werden soll. Ihre Bilanz dazu: «Die Kommunikation auf einer Grossbaustelle ist eine grosse Herausforderung.» «Grünstadt» bringt Nachhaltigkeit 2019 wurde Schaffhausen erstmals zerti- fiziert mit dem Silber-Label von Grünstadt
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