10 12/2026
BRANCHE
desamt für Umwelt (Bafu), den Organisa-
tor der Tagung, ist weiter wichtig: Nur eine 
lösungsorientierte Haltung schafft Raum 
für eine Kooperation aller Akteure. Soll ein 
Projekt Erfolg haben, muss Zusammenarbeit 
über die Politik- und Fachbereiche hinweg in 
Gang kommen. «Die dafür nötigen Koope-
rationen erfordern die Fähigkeit, Synergien 
frühzeitig zu erkennen, den Mut zu unge-
wohnten Lösungswegen und das Geschick, 
unterschiedliche Interessen zusammenzu-
bringen.» Dies setzt das Bafu für eine allseits 
akzeptierbare Lösung voraus.
Sicht aufs Ganze nicht verlieren
Beim Bau von Infrastruktur müssen die 
Behörden Sorge tragen, dass auch öko-
logische Kriterien berücksichtigt werden. 
«Der Einsatz für mehr Biodiversität wird 
damit zu einem Abwägen zwischen Schutz 
und Nutzung von Natur und Landschaft», 
sagt Bundesrat Albert Rösti. «Das ist ein 
doppelter Anspruch, der uns alle heraus-
fordert, ein klassischer Zielkonflikt.» Für 
den Vorsteher des Departements für Um-
welt, Verkehr, Energie und Kommunikation 
wird dann die Besinnung auf gemeinsa-
me Werte wichtig: «Die Schweiz hat eine 
einzigartige Landschaft mit Bergen, Wäl-
dern und Seen, die uns prägt. Politikerin-
nen, Forscher, Planerinnen, Behörden und 
Bürger wollen diesen Reichtum bewahren, 
doch gleichzeitig benötigen wir diesen Platz 
auch für Infrastrukturbauten.» Ein dichtes 
Schienen- und Strassennetz gewährleistet 
Mobilität. Mit Elektrizität werden in den 
Siedlungen die Gebäude beheizt und die 
Landwirtschaft produziert Nahrungsmittel, 
die unsere Grundbedürfnisse deckt. Dies 
sind nur drei von vielen gesellschaftlichen 
Interessen, die breit debattiert werden. 
Projekte müssen oft einem Ringen um 
Einfluss standhalten, bis Kompromissbereit-
schaft den Weg zur Umsetzung freigibt. Für 
Rösti ist der runde Tisch der Ort, an dem die 
verschiedenen Standpunkte und Forderun-
gen ausdiskutiert werden. «Die Vielfalt von 
Interessen sollen unter einen Hut gebracht 
werden. Statt Ideologie muss die Bereitschaft 
für Kooperation und Kompromisse in den 
Vordergrund gerückt werden. Es ist die Stär-
Oft scheitern Projekte für naturnahe Grünräume, weil 
die Beteiligten primär ihre eigenen Ziele vor Augen 
haben. Werden hingegen bewusst Synergien gesucht 
und gemeinsame Werte definiert, lassen sich Erfolge 
erzielen. Die diesjährige Tagung des Bundesamtes für 
Umwelt stellte den lösungsorientierten, geduldigen 
Prozess der Zusammenarbeit in den Mittelpunkt. 
Text und Fotos: Urs Rüttimann
Der Auftrag, Biodiversität zu fördern, tritt 
zunehmend in die Umsetzungsphase. Der 
Artenschwund und der Klimawandel führen 
deutlich vor Augen, dass gehandelt werden 
muss. Doch Projekte, die mehr Natur in 
Siedlungen bringen oder in der Landschaft 
erhalten und aufwerten sollen, müssen zahl-
reiche Hürden überwinden. Entscheidend 
dabei ist, dass an einem Projekt Beteiligte 
das gemeinsame Interesse nicht aufs Spiel 
setzen: Auf Biodiversität ausgerichtete Pro-
jekte «bieten für Natur und Landschaft ei-
nen Mehrwert und haben gleichzeitig einen 
gesamtgesellschaftlichen Nutzen».
Geschrieben stand dies in der Einladung 
zur Tagung «Natur und Landschaft – Wir-
kung durch Zusammenarbeit». Für das Bun-
«Statt Ideologie muss die Bereitschaft für  
Kooperation und Kompromisse in den  
Vordergrund gerückt werden. Es ist die Stärke  
der Schweiz, zwischen unterschiedlichen  
Interessen zu vermitteln.»
Bundesrat Albert Rösti 
Biodiversität:  
Kooperation führt 
zum Erfolg

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