14 12/2026 BRANCHE Bewohner mit einem grosszügig begrünten Aussenraum. Vernetzung von Berg und Tal 2017 bekam das Landschaftsarchitektur- büro Vulkan den Zuschlag, 2023 wurde das Wohnquartier fertiggestellt. Zentral für das Projekt ist der Steinibach, der von der Flanke des Pilatus über den Talboden der Gemeinde Horw in den Vierwaldstätter- see fliesst. Der Auftrag der Gemeinde war: Die Naturräume des Berghangs sollten sich über den Wasserlauf mit dem Talboden ver- binden und das zuvor gewerblich genutzte Quartier Ziegeleipark qualitativ aufwerten. Um die Identität der Horwer Bevölkerung mit dem neuen Quartier zu stärken, sprach das Landschaftsarchitekturbüro konsequent von der «grünen Westseite des Bahnhofs», die in diesem Raum um den Bahnhof an die dichter bebaute «städtische Seite Ost» anschliesst. Darüber hinaus sind historische Gebäude und Geräte der Ziegelei bewusst als Identifikationspunkte in die Überbauung des Areals einbezogen worden (siehe Foto). Der im Talboden gezähmte Steinibach wurde beim Bau des Quartiers in sein ur- sprüngliches Bachbett zurückverlegt und fliesst heute mitten durch das neue Wohn- quartier. «Wir nutzten die Chance, dem Bachbett mehr Raum zu geben und ihn ins Zentrum des Quartiers zu rücken», sagt Bueckers. Die relativ geringe Grösse der Ge- meinde Horw mit ihren 16 000 Einwohnern war für ihn ein Grund dafür, dass das Pro- jekt erfolgreich entwickelt und umgesetzt werden konnte. «Das Bauamt war durch eine kleine, überschaubare Zahl Fachleute vertreten. Mit ihnen konnten wir schnell und direkt Gespräche führen und Ideen und Konzepte konstruktiv umsetzen.» Das Woh- nen am Bach und die Entwicklung eines Naturraums wurden beiderseits als Win- win-Situation empfunden. Kinderspital auf Gletschermoräne Die Freiraumgestaltung des Universitäts- Kinderspitals Zürich am Fuss des Burghölzli- Hügels dauerte vom Wettbewerb bis zur Realisation 15 Jahre. «Die Bauherrschaft wollte eine kinderfreundliche Atmosphäre mit naturnahen Räumen», sagt Margrith Künzel. Zusätzlich durfte das Projekt des Landschaftsarchitekturbüros August + Kün- zel den Betrieb des Spitals nicht stören. 2024 war die Parkanlage mit den zwei räumlich Ökologische Siedlungsentwicklung erfordert Sorgfalt und Geduld Für den Bauherren überzeugend planen, ist das eine. Die Kommunikation mit dem Auftraggeber und der Behörde souverän zu führen, das andere. Zwei Beispiele geben Hinweise, worauf geachtet werden muss. Zusätzlich gibt das Grünamt der Stadt Schaffhausen Einblick, wie seine Gärtnerinnen und Gärtner das Goldlabel «Grünstadt Schweiz» erreicht haben. Text und Fotos: Urs Rüttimann Landschaftsarchitektinnen und Gartenbau- er denken nicht im Schema von Landschaft nutzen oder schützen. Sie wollen Landschaft nicht bewahren, sondern aktiv nach nutzer- spezifischen Gesichtspunkten und Kriterien gestalten. «Mit einem Projekt kann etwas Gutes entstehen», sagt Dominik Bueckers und spricht die Wohnungsnot an. «Wir müssen neue Wohnungen bauen, um das Bevölkerungswachstum aufzufangen. Das war auch beim Ziegeleipark in der Luzer- ner Agglomerationsgemeinde Horw so, für die das Studio Vulkan Landschaftsarchitek- tur die Umgebung gestaltet hat. Das Areal, das westlich an den Bahnhof angrenzt, hat die Gemeinde für eine städtebauliche Ent- wicklung freigegeben. Zusätzlich sollte es ein weniger dicht bebautes Übergangsgebiet zum nahen Kulturland sein. Entstanden ist auf 9,5 Hektaren ein Wohnquartier für 500 Die Gestaltung des Aussenraum legt Wert auf Details: Die Mulden der ehemaligen Seilbahn erinnern an die Geschichte des Ziegeleiparks. Jetzt dienen sie als Pflanzgefässe. Veloparkplätze und Sitzgelegenheiten fügen sich harmonisch ein. Die Überbauung ist nach den Prinzipien der Schwammstadt gestaltet. Regen- und Schmelz wasser werden kontrolliert ins Umland abgeleitet.
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