20 12/2026
Für Lukas Niederberger, Ritualbegleiter und 
Geschäftsführer, vermitteln Blumen Hoffnung, 
Mut und Zuversicht. Sie eignen sich deshalb 
bestens als Geschenk in Übergangsphasen.
wichtig. Er hat viele Menschen durch die 
unterschiedlichsten Lebensphasen begleitet. 
Der Mensch kann von den Blumen und 
Pflanzen in dreifacher Hinsicht lernen, wie 
Niederberger weiter ausführte: 
	
– Jedem Herbst folgt ein Frühling: Viele 
Pflanzen ziehen sich im Herbst zurück. 
Im Frühjahr wachsen sie mit neuer Kraft 
und blühen wieder. Auch wir Menschen 
haben Winterphasen oder Krisen, die 
überwunden werden können. 
	
– Wachstum braucht Zeit und Geduld: 
Tempo beispielsweise im Gewächshaus 
über viel Dünger erzwingen zu wollen, 
kann auf Kosten von Gesundheit und 
Qualität der Pflanzen gehen. Beim Men-
schen zeigt sich dies eindrücklich in der 
Ausbildung: Einige junge Menschen brau-
chen vielleicht zwei, drei Anläufe, bis sie 
in einem Beruf Fuss fassen, der ihnen 
entspricht. 
	
– Schönheit entsteht im Loslassen und 
Abgeben: Blüten und Früchte verwelken, 
werden gepflückt oder fallen zu Boden 
und zersetzen sich nach dem Zeitpunkt 
ihrer schönsten Pracht. Wie ein Kind 
nehmen sie viel Nahrung, Wissen und 
Erfahrung auf, doch irgendwann ist diese 
Zeit vorbei. 
Blumen begleiten den Menschen
Wieso stellen wir Blumen auf die Gräber 
und wechseln sie mehrmals im Jahr? «Letzt-
lich ist dies ein Geschenk an die Verstor-
benen, mit einer tiefen, nicht rationalen 
Bedeutung», sagt Niederberger. Blumen 
werden im Supermarkt oft in oder nahe 
bei den Lebensmittelabteilungen angebo-
ten. Auch während des Corona-Lockdowns 
durften sie wie Lebensmittel als essenzielle 
Produkte verkauft werden. «Blumen sind 
wie Lebensmittel», ist Niederberger über-
zeugt. «Wir brauchen Blumen, um nicht 
zu verkümmern.»
Man spricht aber auch durch die Blumen 
oder verwendet eine blumige Sprache. Da-
rüber hinaus hat jede einzelne Blume eine 
Botschaft: So steht die Akelei für Grosszü-
gigkeit, eine weisse Lilie für Reinheit und 
die Orchidee für Bewunderung. Menschli-
che Veränderungsprozesse sind geprägt von 
Phasen des Übergangs wie Geburt, Hochzeit, 
Tod, aber auch Veränderungen im persön-
lichen Leben wie Krankheit, Genesung, Ab-
lösung, Pensionierung oder Trennung. «Alle 
diese Übergänge kann ich mit Blumen be-
wusst hervorheben und unterstützen», sagt 
der Ritualbegleiter. Listen zur Symbolik von 
Blumen finden sich im Web beispielsweise 
unter «mein-schoener-garten.de» (Suche: 
«Blumensprache»).
Schenken mit Bedeutung
Vor einer Prüfung kann eine Anemone ge-
mäss ihrer Bedeutung Hoffnung wecken 
und nach bestandener Prüfung eine Gla-
diole Stärke, Stolz und Bewunderung aus-
drücken. Die Tulpe (Neubeginn, Frühling) 
bringt Glück im neuen Job oder beim Wech-
sel der Wohnung, die Kamille spendet Trost 
bei Krankheit. Zum Valentinstag, Muttertag 
und Geburtstag beispielsweise ist das Schen-
ken von Blumen eingespielt. Doch auch wei-
tere Übergänge wie die Pensionierung, der 
Eintritt ins Pflegeheim oder eine Trennung 
bieten sich an, Blumen mit spezifischen 
Bedeutungen zu kaufen und zu schenken. 
Verwandte und Vereine stellten früher nach 
dem Tod eines Menschen Blumenkränze an 
das Grab. Heute steht bei einer Anzeige für 
eine Beerdigung oft: Statt Blumen ist eine 
Spende an die Spitex oder eine andere Or-
ganisation erwünscht. «Welches Ritual wird 
morgen rund um den Tod entstehen?», fragt 
Niederberger. Seine Ideen sind: ein zwölf-
monatiges Blumen-Abo für die Witwe, ein 
Blumenstrauss für die Spitex, eine Verabschie-
dung am Grab mit Rosenblättern, die Vertei-
lung von Blumensamen an der Trauerfeier. 
Auch zu den vielen UNO-Welttagen könn-
ten Geschäfte Blumen mit Symbolgehalt be-
reithalten. Der Kalender ist voll davon, wie 
diese ausgewählten Beispiele zeigen: Der Tag 
der freilebenden Pflanze ist der 3. März, der 
Tag des Glücks der 20. März, der Tag der Wit-
wen der 23. Juni, der Tag der Hoffnung der 
12. Juli und der Tag der Toleranz der 16. No-
vember. 
einem Bedürfnis», zieht Verbandsgeschäfts-
leiter Thomas Meier Bilanz. Zur hauptsäch-
lichen Zielgruppe gehören Menschen, die 
von einem erlernten Beruf in die Floristik 
wechseln möchten.
Label «Schweizer Blumen»
«Kundinnen und Kunden von Floristik-
geschäften kaufen bevorzugt Schweizer 
Blumen», ist Meier überzeugt. «Mit ih-
nen werden bessere Margen erzielt.» Die 
im vergangenen Jahr gestartete Kampagne 
«Schweizer Blumen», mit eigens dafür ent-
wickelten Werbemitteln, soll deshalb fortge-
setzt und verstärkt werden. Geliefert werden 
diese Schnittblumen von den verschiedenen 
Blumenbörsen der Schweiz. Mit der Kampa-
gne «Schweizer Blumen» sollen Konsumen-
tinnen und Konsumenten angesprochen 
werden, die Wert auf Regionalität legen. 
Damit verbunden sind maximale Frische 
und Qualität durch die kurzen Transportwe-
ge, wie Jean-Claude Allemann, Geschäfts-
führer von Blumenbörse Schweiz ausführt. 
Die Blumen aus der Schweiz sind zudem 
ökologisch und mit wenig Pestiziden produ-
ziert. Ausserdem bleibt die Wertschöpfung 
in der Schweiz. Dadurch werden regionale 
Arbeits- und Ausbildungsplätze erhalten. 
«Über das Gesamtjahr hinweg verkaufen 
wir als Blumenbörse 80 Prozent Pflanzen aus 
der Schweiz. Von Mai bis September liegt ihr 
Anteil sogar bei 95 Prozent», sagt Allemann. 
«Bei den Schnittblumen stieg der Umsatz 
mittlerweile auf 30 Prozent, mit weiterem 
Potenzial nach oben.» Denn zurzeit kön-
nen die Produzenten die Nachfrage nicht 
decken. Der «Tag der Schweizer Blume», 
der auch dieses Jahr wieder am 1. September 
stattfindet, soll zusätzlich die Konsumenten 
auf den Fachverkauf und die Produktion von 
Schweizer Blumen aufmerksam machen. 
Wiederum werden in acht oder neun gros-
sen Städten der Schweiz 8000 Blumen an 
Passanten verteilt. 
Bedeutung der Blume
Die Trauerfloristik ist für die Branche eine 
wichtige Einnahmequelle. Doch nicht nur: 
Blumen sind wichtig bei vielen Ritualen, 
die Halt geben oder Freude bereiten sollen. 
Dies insbesondere in einer Welt, die von 
vielen Menschen zunehmend als brüchig 
empfunden wird und Sorgen sowie Ängs-
te auslöst. «Blumen sagen mehr als 1000 
Worte» – sinngemäss gibt es diese Rede-
wendungen in verschiedenen Varianten. 
Blumen vermitteln Hoffnung, Mut und 
Zuversicht. Dieses Verständnis ist für Lu-
kas Niederberger, ehemaliger Jesuitenpa-
ter, Ritualbegleiter und Geschäftsführer des 
Bildungszentrums Landguet Ried bei Bern, 

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