12/2026 31 Ikonen des kapländischen Fynbos – die Zuckerbüsche (von links): Protea cynaroides, Protea speciosa und Protea susannae. vor ausschliesslich im Fynbos-Areal statt- findet und über den Flughafen Kapstadt exportiert wird. Für ländliche Regionen ist die Wildsammlung, besonders für das Be- gleitgrün der gemischten Sträusse, nach wie vor wirtschaftlich wichtig und wird zuneh- mend auch nach Nachhaltigkeitskriterien organisiert. Stark bedrohte Silberbaum-Population Der prächtige und der Gattung wie Familie namengebende Silberbaum (Leucadendron argenteum) ist fast die einzige baumförmige Proteaceae der Capensis und kann mit seinen beeindruckend silberglänzenden Blättern und einer grossen, gelblich-silbernen Blüte eine Höhe von zwölf Metern erreichen. Trotzdem gibt es keine Silberbaumwälder, denn der Sil- berbaum gedeiht nur an einigen Osthängen des Tafelberges südlich von Kapstadt in weni- gen Einzelexemplaren und ist durch invasive Ausbreitung von Kiefern und australischer Hakea kritisch bedroht. Wie so viele präch- tige Pflanzen ist er für Besucherinnen und Besucher im berühmten Botanischen Garten von Kirstenbosch am Fusse des Tafelberges zu besichtigen. Die übrigen, strauchigen Vertreter der Gattung Leucadendron zeichnen sich durch grosse, sternförmig ausgebreitete, getrennt- geschlechtliche Blüten und grosse Zapfen- früchte aus, die Föhrenzapfen verblüffend gleichen können. Während der zitronen- gelb blühende Leucadendron salignum im Fynbos relativ häufig vorkommt, sind die meisten Vertreter der Gattung auf teilweise winzige Verbreitungsgebiete und Popula- tionsgrössen von wenigen hundert Pflanzen beschränkt. Dies stellt angesichts invasiver Pflanzen und menschengemacht verkürzter Feuer- intervalle ein grosses Risiko für diese präch- tigen Gehölze dar. Farblich besonders be- eindruckend sind die Blüten des nur am Piketberg gedeihenden Leucadendron disco- lor, der mit einem orangenen Blütezapfen und silberweissem Hüllblattstern einer of- fenen Magnolienblüte gleicht. Nadelkissen mit besonderen Blüten Im Gegensatz zu den Silberbäumen sind die Hüllblätter der Nadelkissen (Leucospermum) recht klein, dafür übernehmen hier die kis- senförmig dicht stehenden Staubgefässe die Schauwirkung der gelben bis rotorangen Blüten. Auffällig filzhaarige Griffel der rosaweis- sen Blüten hat die Gattung Serruria zu ihrem Markenzeichen gewählt. Wegen der regel- mässigen Feuer spielen wurzelbesiedelnde Mykorrhiza im Fynbos kaum eine Rolle, weshalb die Proteaceae zur Beschaffung der knappen Nährstoffe nach Regenfällen tem- poräre Feinwurzeln entwickeln, die mithilfe in den Boden diffundierender Zitratsalze den bodenverfügbaren Phosphor fixieren. Pelargonien in grosser Artenvielfalt Wer seine Hausfassaden mit leuchtend roten «Geranien» schmückt, macht sich wohl kaum Gedanken über die kapländische Herkunft der Gattung Pelargonium, deren Name sich vom griechischen «pelargos» (fruchtformbedingt für Storch) ableitet; während «geranos» für Kranich steht, die eigentlichen Geranien also Kranichschnabel heissen sollten. Von den weltweit 280 Arten der Gattung Pelargonium gedeihen 80 Prozent im Win- terregengebiet der Capensis, einige Arten erreichen Ostafrika und den Jemen, die im
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