12/2026 23
schen zwei Kategorien, den gefährlichen 
(gSO) und den besonders gefährlichen 
Schadorganismen (bgSO).
Letztere, darunter auch der Asiatische 
Laubholzbockkäfer, sind gebietsfremd und 
weisen ein sehr hohes Schadenspotenzial 
auf, darum gelten strikte Richtlinien. Sobald 
ein Quarantäneorganismus entdeckt wird, 
muss er gemäss Pflanzengesundheitsver-
ordnung im Schweizerischen Bundesgesetz 
den Pflanzenschutzbehörden gemeldet und 
bekämpft bzw. getilgt werden.
Konkretes Handeln der Berufsleute
Wie aber handeln Gartenbauende richtig? 
«Der Schutz der Schweizer Wälder gegen 
Schadorganismen ist eine gemeinsame Auf-
gabe von Bund und Kantonen», betonte 
Miriam Widmer.
Die Schadorganismen tauchen oft im ur-
banen Raum auf, also dort, wo die Garten-
bauenden vor allem tätig sind. Diese agieren 
also an vorderster Front und können den 
zuständigen Ämtern umgehend Meldung er-
statten und die Schädlinge überwachen. «Für 
die Tilgung ist die Früherkennung eine der 
effizientesten Massnahmen», unterstrich 
Widmer. «Die Pflanzengesundheit ist welt-
weit ein Thema und der Umgang mit be-
sonders gefährlichen Schadorganismen ist 
international massgeblich geregelt.»
Wirksame Massnahmen
Valentin Queloz, Gruppenleiter bei der Eid-
genössischen Forschungsanstalt für Wald, 
Schnee und Landschaft (WSL), pflichtet bei: 
«Das Beobachten der Bäume, in denen die 
Gärtnerinnen und Gärtner arbeiten, ist die 
erste wirksame Massnahme. Kommen beim 
Sägen Verfärbungen im Holz zutage oder 
stösst man auf Löcher, kann das auf einen 
Befall hinweisen und es muss eine vertiefte 
Analyse durchgeführt werden.»
Die Personen, die den ganzen Winter 
über mit Pflanzenschneiden beschäftigt 
sind, wissen, dass die Oberflächen ihrer 
Schneidwerkzeuge (Scheren, Sägen, Ket-
tensägen) konsequent desinfiziert werden 
müssen, um zu vermeiden, dass sich Bak-
terien, Viren und andere Krankheitserreger 
von einer Pflanze auf die andere übertragen. 
«Auch muss ein Schnitt rein sein und nach 
allen Regeln der Schnittkunst erfolgen, da-
mit der Wundheilungsstress für die Pflanze 
möglichst gering gehalten werden kann», 
erklärt Valentin Queloz. «Durch die Hygie-
nemassnahmen kann die Vermehrung und 
Ausbreitung problematischer Organismen 
eingeschränkt werden.»
Zwei Bockkäfer aus Asien
Der Asiatische Eschenprachtkäfer ist bis-
her noch nie in der Schweiz aufgetaucht, 
das gilt für die zwei Asiatischen Bockkäfer 
aber nicht. Der Asiatische Laubholzbock-
käfer und der Citrusbockkäfer stammen 
ursprünglich aus China und sie parasi-
tieren an vielen unterschiedlichen Laub-
baumarten, was sie für den Baumbestand 
in unseren Gärten und Wäldern so gefähr-
lich macht. 
In der Schweiz wurde der erste Befall des 
Asiatischen Laubholzbockkäfers 2011 in 
Brünisried (FR) entdeckt. Danach gab es 
fünf weitere Funde in der Schweiz, diese 
Befälle konnten aber vorerst getilgt wer-
den. Nur die zwei Befallsherde Zell (LU) 
und Marly/Pierrafortscha (FR) sind in der 
Schweiz noch aktiv.
Der Asiatische Laubholzbockkäfer mag 
es sehr warm, darum findet man ihn vor-
wiegend auf der Baumseite mit der stärksten 
Sonneneinstrahlung. Zudem befinden sich 
die Nahrung der ausgewachsenen Käfer und 
die Ausfluglöcher meist auf der dem Süden 
zugewandten Seite des Baums. In unseren 
Breitengraden braucht der Asiatische Laub-
holzbockkäfer für seine Entwicklung rund 
zwei Jahre, wobei betont werden muss, dass 
die Insekten ihren Entwicklungszyklus auch 
in abgesägtem oder totem Holz abschliessen 
können. Sehr grobe Nagespäne nahe der 
Ausfluglöcher oder am Fusse des Baums 
weisen auf eine hohe Wahrscheinlichkeit 
eines Laubholzbockkäferbefalls hin.
Plötzlicher Eichentod
In der Schweiz wurde diese Krankheit bis-
lang vor allem in Baumschulen nachgewie-
sen, sie konnte noch nicht auf den Wald 
überspringen. Der Erreger Phytophthora 
ramorum, der den «Plötzlichen Eichentod» 
auslöst, gehört zur Gruppe der sogenann-
ten Eipilze, weil seine Sporen sich auch im 
Wasser fortbewegen können. Dieser pilz-
ähnliche Organismus kann sehr präzise 
der Gattung «Phytophthora» zugeordnet 
werden, trotzdem ist er ein Quarantäneor-
ganismus und er kommt ursprünglich aus 
Asien. Seine «Karriere» begann in den USA, 
genauer in Kalifornien und Oregon, wo er 
sich vor allem mithilfe von Flüssen ausbrei-
tete. Das Wort «Phytophthora» stammt aus 
dem Griechischen und bedeutet «Pflanzen-
zerstörer». Der Schadorganismus verfügt 
über ein sehr grosses Wirtsspektrum, er be-
fällt vor allem Gehölzpflanzen und je nach 
Wirt können unterschiedliche Baumorgane 
(Blätter, Triebe, Stamm) betroffen sein, wo-
bei die Blätter und Blatttriebe vor allem zur 
Vermehrung dienen. Ist der Stamm einmal 
infiziert, bedeutet das also häufig das Ende.
Ausfluglöcher des Asiatischen Laubholzbockkäfers und Schäden im Stamm (Fotos 1 und 2). Der Larvenfrass des Asiatischen Laubholzbockkäfers 
beschädigt zuerst den Rindenbast der Äste und die Innenseite der Blattstiele (Foto 3). Ein Befallssymptom sind Bohrspäne in Astgabeln oder am 
Stammfuss (Foto 4). Fotos: Jean-Luc Pasquier (1, 2) und Waldschutz Schweiz, WSL (3, 4)
Ein Quarantäneorganismus ist ein gebietsfrem-
der, besonders gefährlicher Organismus, …
– der das Potenzial hat, schwerwiegendste 
wirtschaftliche, soziale und ökologische Schä-
den zu verursachen.
– der in der Schweiz nicht oder nur lokal auftritt.
– für den durchführbare und wirksame Mass-
nahmen existieren, dank denen die Einschlep-
pung und die Verbreitung verhindert werden 
können und sich die von ihm ausgehenden 
Schäden mindern lassen.
– für den eine generelle Bekämpfungspflicht gilt 
(Melde- und Tilgungspflicht). 
Quarantäneorganismus – was ist das?
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