30 12/2026
PFLANZEN
am Kap endemischen Arten und einigen 
weiteren Gattungen entstanden.
Nationalblume Südafrikas
Die Zuckerbüsche (Protea) zeichnen sich 
durch grosse, ledrige, meist blaugrüne Blät-
ter und grosse Sammelblütenstände aus, 
die artischockenartig von auffällig farbigen 
Hüllblättern (Brakteen) umgeben sind. In 
der natürlicherweise feuergeprägten Ent-
wicklung des Fynbos (siehe letzte Folge) 
bilden Protea-Büsche nach den feinlaubi-
gen Erikaartigen meist die höchste Ent-
wicklungsstufe, was sowohl die Strauch-
höhe von zwei bis fünf Metern als auch 
die Ansammlung von brandgefährdetem 
Holz und Blattmaterial betrifft. Bei der Na-
tionalblume Südafrikas, der Königs-Protea 
(Protaea cynaroides), können die rot geran-
deten Blüten einen Durchmesser von über 
20 Zentimeter erreichen. Die Blütenfarbe ist 
überwiegend Rosa, Rot, Braunrot oder Gelb. 
Als eng an die Zuckerbüsche gebundener 
Bestäuber erscheint der Nektar saugende 
Honigvogel, bei anderen Gattungen auch 
bunt gefiederte Nektarvögel. Einige Zucker-
büsche zeigen hellgelbe, intensiv nach Hefe 
duftende Blüten direkt über dem Boden und 
locken damit Nagetiere zur Bestäubung.
Floristisches Potenzial
Die auffällig verholzenden Fruchtstän-
de sind wiederum eine Anpassung an das 
Feuer­regime des Fynbos. Da viel Sonne und 
oft ausreichend Feuchtigkeit zur Produktion 
von Kohlenstoffen, also auch Holz, zur Ver-
fügung stehen, aber auch eine ausgespro-
chene Phosphor- und Stickstoffarmut in 
den nährstoffarmen Sandböden herrscht, 
werden die wenigen, wertvollen und prote-
inreichen Samen durch Holzstrukturen gut 
frassgeschützt über Jahre bis zum nächsten 
Brand aufbewahrt. Durch Rauch und Hitze 
stimuliert, finden sie nach dem Feuer kurz-
zeitig nährstoffreiche und offene Böden zur 
Keimung. 
Die grosse Schauwirkung und relative 
Langlebigkeit vieler Blütenstände der Pro-
teaceae machen diese auch hierzulande zu-
nehmend zu begehrten Objekten der Flo-
ristik. Die ursprüngliche Wildsammlung 
weicht einem zunehmend professionali-
sierten Anbau, der wegen der komplexen 
Keim- und Wuchsbedingungen nach wie 
Neben der enormen Vielfalt erikaartiger Kleinsträucher und Seilgräser gedeihen im Fynbos weitere 
bemerkenswerte Florenelemente. Die zweite Folge über das Florenreich des südafrikanischen 
Kaplandes, der Capensis, ist den Silberbaumgewächsen (Proteaceae), Pelargonien und dem 
Afromontanen Wald gewidmet. Text und Fotos: Peter Steiger
Sparmannia africana – die als Zimmerpflanze beliebte Zimmerlinde (links). Zaubernuss in Afrika: Trichocladus crinitus.
Die Silberbaumgewächse (Proteaceae) hat 
Linné recht treffend nach dem griechischen 
Meeresgott Proteus benannt, dem eine enor-
me Verwandlungskunst nachgesagt wird. 
Die vielgestaltigen und oft bunt gefärb-
ten Blüten dieser Pflanzenfamilie machen 
diesem Namen alle Ehre. Entwicklungsge-
schichtlich sehr ursprünglich, haben die 
Proteaceae schon den alten Südkontinent 
Gondwana besiedelt. 
Als dieser vor 140 Millionen Jahren aus-
einanderbrach, haben die Silberbaumge-
wächse im Südpazifik, in Südamerika und 
auf Madagaskar überlebt, primär aber in 
den Winterregengebieten Westaustraliens 
und im südafrikanischen Kapland. Im süd-
westaustralischen Buschland Kwongan ha-
ben sich primär die Gattungen Silbereiche 
(Grevillea) mit 360 Arten, Hakea mit 150 
und Banksia mit 80 Arten zur Unterfamilie 
der Grevilleoidae differenziert.
In der Capensis ist dagegen die Unter-
familie der Proteoideae mit Zuckerbusch 
(Protea) mit afrikaweit 115 Arten, davon 
90 Arten im Fynbos, Silberbäume (Leuca-
dendron) mit 85 Arten, Nadelkissen (Leu-
cospermum) und Serruria mit je 50 jeweils 
Mehr Schätze aus dem Fynbos 

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