22 12/2026 UMWELT nicht. Zeitgleich, im März 2025, berichteten die Medien über die Fällung von mehr als 480 Bäumen in den betroffenen Zonen. Die Wichtigkeit von Weiterbildungen Am 27. März 2025 fand in Lausanne ein Kurs von sanu zum Thema «Besonders ge- fährliche Schadorganismen an Bäumen sicher erkennen» statt, in dem über den bereits in der Schweiz vorkommenden Asi- atischen Laubholzbockkäfer unterrichtet wurde, aber auch über den Citrusbockkäfer, den Eschenprachtkäfer und den Kiefern- holznematoden sowie über einzelne schäd- liche Mikroorganismen. Miriam Widmer vom Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst sagte in der Einfüh- rung: «Der Schutz der Schweizer Wälder betrifft die ganze Bevölkerung, denn sie sind von nationaler Bedeutung. Die Schador- ganismen tauchen jedoch als Erstes oft in Städten auf, was bedeutet, dass die Gärt- nerinnen und Gärtner sowie insbesondere auch die Landschaftsbauer und Pflanzen- züchterinnen eine bedeutende Rolle spielen, wenn es um die Beobachtung der Natur geht. Und es bedeutet auch, dass die ge- nannten Akteurinnen und Akteure über Krankheiten und Insekten Bescheid wissen müssen, um auch schnell Alarm schlagen zu können.» Daraufhin stellte die Expertin die Kenntnisse der Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer anhand von Fotografien auf die Probe. Diese tippten auf «Kiefernholz- nematode», «Kieferntriebsterben» usw., bis dann schliesslich doch noch die korrekte Antwort fiel: «Pechkrebs der Föhre». Die Mehrheit der Fachleute im Saal war mit dem Pilz Fusarium circinatum, dem Qua- rantäneorganismus, der den Pflanzenkrebs verursacht, also noch nicht vertraut. Wie alles begann «Insekten und Krankheiten gelangen mit den Handelsströmen zu uns, durch den Im- port, in Holzverpackungen, in Substraten oder auch in Pflanzen, welche die Rückkeh- renden als Erinnerung an ihre Reise in ihrem Gepäck mitführen», erklärte Widmer. Auf- grund des Klimawandels und der daraus resultierenden Temperaturveränderungen wird es für diese Organismen zunehmend möglich, sich in der Schweiz zu etablieren, vor allem in den Städten. «Die Grünflächen bzw. deren Unterhalt entpuppen sich als zentrale Schnittstelle zwischen den urba- nen Zonen und den Wäldern. Darum sind die Fachleute aus der Grünen Branche als Beobachtende besonders geeignet für das Monitoring dieser problematischen Orga- nismen.» Gesetzlicher Aspekt In Zusammenhang mit Pflanzenschutz- massnahmen unterscheidet der Bund zwi- Gefahr durch exotische Schädlinge Meist sind es Gärtnerinnen und Landschaftsbauer, die als erste auf gefährliche Organismen aufmerksam werden, denn sie arbeiten an vorderster Front. Sie melden Schädlingsbefälle den Behörden und dämmen die Schäden am Holz ein. Text: Jean-Luc Pasquier Asiatischer Laubholzbockkäfer. Foto: Kanton Freiburg «Es ist äusserst wichtig, dass vorliegende In- formationen gelesen und die Anweisungen befolgt werden!» – Mit einem E-Mail-Auf- ruf in roten Buchstaben wurden die Jardin Suisse-Mitglieder der Sektion Freiburg ganz zu Beginn dieses Frühjahrs über die Entde- ckung des zweiten Laubholzbockkäferbefalls von Ende 2024 in ihrem Kanton informiert. Nach dem erfolgreich bekämpften Erstbefall zwischen 2014 und 2019 lautete der Betreff dieses Mal: «Asiatischer Laubholzbockkäfer – Vorschriften für die Entsorgung von Grün- gut und das Anpflanzen in den abgegrenzten Gebieten in Marly, Pierrafortscha, Villars- sur-Glâne und Freiburg». Absender war die Sektion Wald und Naturgefahren des Amts für Wald und Natur (WNA). Das Schreiben beinhaltete strikte Mass- nahmen zur Tilgung des Asiatischen Laub- holzbockkäfers in den betroffenen Gemein- den. Grundsätzlich darf nicht das geringste bisschen Laubholz mehr aus den abgegrenz- ten Zonen gelangen. Das Anpflanzen von Wirtsarten ist in den Zentral- und Fokus- zonen verboten, lediglich für nicht holzi- ges Pflanzenmaterial gilt diese Bestimmung Karte der Kern-, Fokus- und Pufferzonen – entsprechend der kantonalen Vorschriften zu den verschiedenen Bekämpfungsmassnahmen rund um den Herd in Pierrafortscha. Der Übersichtsplan wurde im März 2025 erstellt, er kann sich ändern. Foto: Kanton Freiburg
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