12/2026 3 EDITORIAL Naturnahes Bauen als Verhandlungsbasis Siedlungen und Infrastrukturen nachhaltig zu bau- en, ist eine Frage des Verhandelns. Haben die an einem Bauprojekt Beteiligten ausschliesslich ihre eigenen Interessen vor Augen, wird es schwierig, naturnahe Räume zu schaffen. Verstehen sie die Förderung der biologischen Vielfalt hingegen als gemeinsames Anliegen, entsteht Raum für einen lösungsorientierten Dialog. Damit steigen die Chan- cen, Siedlungen aufzuwerten oder biodiverse Land- schaften langfristig zu erhalten. Für Bundesrat Albert Rösti ist es beim Bau von Infrastruktur deshalb zentral, dass Behörden auch ökologische Kriterien berücksichtigen. Dies betonte er an der Tagung «Natur und Landschaft – Wirkung durch Zusammenarbeit», die vom Bundesamt für Umwelt organisiert wurde (Seite 10). Entscheidend sei, gemeinsame Ziele in den Vordergrund zu rücken und ideologische Machtkämpfe zu vermeiden: «Der Einsatz für mehr Biodiversität wird damit zu einem Abwägen zwischen Schutz und Nutzung von Natur und Landschaft.» Die Erfahrungen von Gartenbauerinnen und Landschaftsarchitekten mit der Planung und Rea- lisierung naturnaher Grünräume sind durchzogen. Entscheidend ist die Kommunikation mit der Bau- herrschaft und den Gemeindebehörden. Auf beiden Seiten braucht es den Willen, Biodiversität gezielt zu fördern. Kontinuität und Verbindlichkeit erleichtern zudem die Umsetzung von Projekten – von der Pla- nung bis zur Realisierung. Die hohe Fluktuation in Gemeindeverwaltungen hingegen kann dabei eine Hürde darstellen. Je stärker sich künftig der Anspruch etabliert, Grünflächen biodivers zu gestalten, desto selbst- verständlicher wird naturnah gebaut. Zwei Gross- projekte zeigen, worauf zu achten ist, damit Land- schaftsarchitektinnen und Gartenbauer bereits heute erfolgreich biodiverse Freiräume realisieren können (Seite 14). Urs Rüttimann, Leitender Redaktor Aus Liebe zur Erde. Nachhaltige Gärten dank Schweizer Rohstoffen Schweizer Erde Anzeige
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