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Die zahlreichen Blüten werden von zwei 
Mückenarten bestäubt, deren Larven sich 
im südamerikanischen Regenwald norma-
lerweise in der Laubstreu entwickeln. Janka 
erklärt, während sie den Kakaobaum im 
Tropenhaus des Botanischen Gartens zeigt, 
der im Moment etwa ein Dutzend Früchte in 
verschiedenen Reifestadien trägt: «Wir ha-
ben diese Mücken hier im Tropenhaus nicht. 
Dieser Baum hier trägt trotzdem meistens 
Früchte.» Wie geht das dann? Ganz sicher 
ist man sich nicht. Gärtner David Meier-
hofer, der den Baum hegt, hat aus seinen 
Beobachtungen bei der Arbeit eine Theorie 
entwickelt. Es gibt nämlich noch einen wei-
teren Kakaobaum an einem anderen Stand-
ort hinter den Kulissen der Schauhäuser. 
Dieser trägt kaum je Früchte. 
«Wir haben zahlreiche winzige Insekten 
wie zum Beispiel Ameisen im Tropenhaus, 
die eventuell die Bestäubung übernehmen. 
Die Pflanze im Tropenhaus fruchtet regel-
mässig. Die andere kaum. Sie hatte aber 
einmal Früchte, nachdem ich von Hand 
bestäubt habe. Daher denke ich, es ist kei-
ne Selbstbestäubung im Spiel beim Baum 
im Tropenhaus, obwohl man das vermuten 
könnte», erklärt Meierhofer.
Nur wenige Blüten bestäubt
Bis zu tausend Blüten produziert ein Kakao-
baum pro Jahr. Normalerweise wird nur 
ein winziger Bruchteil davon erfolgreich 
bestäubt. In Plantagen wird daher oft von 
Hand nachbestäubt, um den Ertrag zu er-
höhen. Auch das hilft nur begrenzt.
Forschende der Uni Würzburg haben auf 
Plantagen in Peru eigens eine Studie zu den 
Gründen durchgeführt. Es zeigte sich, dass 
dort nur zwei Prozent der von Insekten be-
stäubten Blüten auch Früchte ansetzten. 
Bestäubung von Hand verdreifachte den 
Fruchtansatz auf sieben Prozent. «Die Ka-
kaopflanze verfügt über einen Mechanis-
mus, der die Selbstbestäubung zu verhindern 
scheint», erklärt Justine Vansynghel vom 
Biozentrum der Uni Würzburg. Ein hoher 
genetischer Unterschied, also ein möglichst 
geringer Verwandtschaftsgrad zwischen Pol-
lenspender und Pollenempfänger, sei für 
den Bestäubungserfolg entscheidend. Das 
wird bei den Pflanzungen aber kaum beach-
tet. Vansynghels Idee wäre, dieses Wissen 
künftig in akribisch geplante Plantagen-
Haben die Früchte eine grüngelbe bis rote Farbe (links), sind sie erntereif. Der Flächenbedarf von Kakaopflanzungen (rechts) ist relativ gross, da zur 
Beschattung sogenannte Kakaomütter, wie Kokospalmen oder Bananen, zwischen den Sträuchern oder Bäumen gepflanzt werden. Rechtes Foto: Bea Mass
Ursprünglich stammt der Kakaobaum aus den tropischen Regenwäldern Mittel- und Südamerikas. Er benötigt feuchtwarmes Klima mit sehr hoher 
Luftfeuchtigkeit von 70 bis 90 Prozent, Temperaturen zwischen 18 und 30 Grad Celsius, Schatten und viel Wasser. Die Pflanzen benötigen viel Pflege. 

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