04.09.2026

Neue Ideen für das grüne Erbe

Historische Gärten leiden besonders unter der starken Hitze. Eine Ausstellung im Schlossgarten Schwetzingen zeigt, wie sich der denkmalpflegerische Anspruch mit den Anforderungen des Klimawandels verbinden lässt.

(ljo) Hitze, Dürre und Starkregen plagen ganz Europa. Historische Gärten sind dabei in besonderer Weise betroffen: Ihre Gestaltung und Bepflanzung folgen überlieferten Konzepten, die unter anderen klimatischen Bedingungen entstanden sind. Wie sich der denkmalpflegerische Anspruch mit den Anforderungen des Klimawandels verbinden lässt, zeigt eine Ausstellung im Schlossgarten Schwetzingen in Baden-Württemberg. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Schutz des alten Baumbestands. Bei der Auswahl des Sommerflors werden Pflanzen berücksichtigt, deren Blüten Insekten Nahrung bieten. Bei Düngung und Schädlingsbekämpfung kommen biologische Verfahren zum Einsatz. Wo es mit dem historischen Erscheinungsbild vereinbar ist, werden Wiesen seltener gemäht, um zusätzliche Lebensräume zu schaffen.

Die Ausstellung setzt auch auf ungewöhnliche Vermittlungsformen, um zu sensibilisieren. Das internationale Musikprojekt «The [Uncertain] Four Seasons» macht mögliche Folgen des Klimawandels hörbar. Ausgehend von Antonio Vivaldis berühmten «Vier Jahreszeiten» entstand mithilfe künstlicher Intelligenz eine neue Version des Werks. Grundlage sind Klimaprognosen für Schwetzingen für das Jahr 2050.


Foto: Staatsanzeiger Baden-Württemberg, Petra Schaffrodt
Foto: Staatsanzeiger Baden-Württemberg, Petra Schaffrodt