02.10.2026

Kontaminierte Böden mit Bäumen sanieren

Schwermetalle sind biologisch nicht abbaubar und verbleiben in den Böden oder gelangen durch Ausspülung ins Grundwasser. Aufwendige und kostspielige Sanierungsmassnahmen sind nötig, um diese Flächen wieder fruchtbar zu machen. Eine alternative Lösung könnte die Phytostabilisierung sein, bei der Pflanzen die Verbreitung von Schadstoffen in die Umwelt verringern.

(cb) Es gibt diverse Gründe, warum Böden mit Schwermetallen kontaminiert sein können. Als Quellen kommen Luftverunreinigungen mit Schwermetallen wie Blei, Zink oder Cadmium infrage, ebenso Verunreinigungen durch Industrieanlagen, Bergwerke, Gewerbe und Verkehr, die nicht fachgerechte Entsorgung von kontaminierten Abfällen, aber auch übermässige Düngung und Pflanzenschutzmittel. Die Schwermetalle sind biologisch nicht abbaubar und verbleiben in den Böden oder gelangen durch Ausspülung ins Grundwasser. Aufwendige und kostspielige Sanierungsmassnahmen sind nötig, um diese Flächen wieder fruchtbar zu machen und die Gefahren für Mensch, Tiere und Pflanzen zu beseitigen.
Eine von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL geleitete Studie untersucht alternative Wege. Eine vielversprechende Lösung ist dabei die Phytostabilisierung, bei der Pflanzen die Verbreitung von Schadstoffen in die Umwelt verringern. Bäume eignen sich aufgrund der Lebensdauer und des ausgedehnten Wurzelsystems besonders gut, Schwermetalle in belasteten Böden zu binden. Die Wissenschaftler des WSL und der ETH Zürich haben sieben mitteleuropäische Baumarten verglichen, um zu ermitteln, welche Baumarten sich für diesen Zweck besonders gut eignen.
Getestet wurden vier «akquisitive» Arten, die grosse Mengen an Nährstoffen benötigen: Grauerle (Alnus incana), Zitterpappel (Populus tremula), Korb-Weide (Salix viminalis) und Hänge-Birke (Betula pendula). Dazu kamen drei «konservative» Arten mit geringem Nährstoffbedarf: Fichte (Picea abies), Rotbuche (Fagus sylvatica) und Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus). Die Bäume wuchsen fünf Jahre lang in Böden, deren Schwermetallkonzentrationen denen jener kontaminierter Standorte ähnelten. Dabei wurden die Metallkonzentrationen in Wurzeln, Stämmen und Blättern gemessen und mit Bäumen verglichen, die in unkontaminierten Böden wuchsen.
Alle sieben untersuchten Arten zeigten ähnliche Fähigkeiten, Schwermetalle zu binden. Die akquisitiven Arten transportierten mehr Zink und Cadmium in ihre Stängel, besonders ins Laub. Die konservativen Arten hielten die überschüssigen Metalle von ihren Stängeln und ihrem Laub fern und speicherten das überschüssige Zink in einigen Fällen in spezialisierten Wurzelstrukturen. Letzteres Ergebnis ist besonders wichtig, denn diese Baumarten nehmen keine überschüssigen Metalle in ihren Stämmen auf. Das Holz enthielt nicht mehr Schwermetalle als Holz von Bäumen, die auf unbelasteten Böden wuchsen.
Das bedeutet, sie eignen sich auch auf kontaminierten Böden zur Holzproduktion. Durch die Auswahl geeigneter Arten könnten brachliegende Flächen der forstwirtschaftlichen Nutzung überlassen und längerfristig von Schwermetallen gereinigt werden.

Fichten (Picea abies) sind in der Lage, Schwermetalle von Stängeln und Laub fernzuhalten und in spezialisierten Wurzelstrukturen zu speichern. So ist auch das Holz nicht belastet.  Foto: Heinrich Linse / pixelio.de
Fichten (Picea abies) sind in der Lage, Schwermetalle von Stängeln und Laub fernzuhalten und in spezialisierten Wurzelstrukturen zu speichern. So ist auch das Holz nicht belastet.
Foto: Heinrich Linse / pixelio.de