Aktuell

 
 
g'plus Banner Werbung
 
 

Stadtklee und Landklee

Weissklee (Trifolium repens) gehört zu den wenigen Pflanzen, die weltweit verbreitet sind. Ursprünglich ist die Pflanze ist in Europa und Westasien heimisch, mittlerweile ist sie als Globalisierungsgewinnerin in Städten in aller Welt anzutreffen. Das hat sich ein Netzwerk von Forschenden unter der Leitung von Evolutionsbiologen der University of Toronto Mississauga zu Nutze gemacht und in 26 Ländern Weissklee untersucht.

Damit wollten sie herausfinden, ob sich das Genom des Klees eher nach Region oder nach Lebensraum unterscheidet. In insgesamt 160 Städten und deren Umland wurden dafür mehr als 110 000 Weisskleepflanzen aufwändig genetisch untersucht.

Der Klee wurde jeweils entlang von Gradienten gesammelt, die von der Innenstadt über Vorstädte bis in ländliche Gebiete und Wälder reichten. Tatsächlich zeigte sich ein Muster, das verblüffend deckungsgleich war und zudem unabhängig von der Region, egal ob München oder Melbourne, Toronto oder Tokio. Die genetischen Analysen zeigten, dass Stadtklee in einer Stadt jeweils mehr Gemeinsamkeiten mit Stadtklee in einer völlig anderen Weltgegend hat als mit dem Klee seiner ländlichen Umgebung.

Die Stadtpflanzen bildeten in hohen Anteilen der Kleepopulation keine Blausäure mehr aus. Das war umso deut­licher, je städtischer ein Lebensraum geprägt war. Die Forschenden vermuten, dass Stadtklee die Blausäure weniger nötig hat, weil sich schlicht weniger Frassfeinde wie Hasen oder Schnecken an seinen Blättern zu schaffen machen. Stadtpflanzen können es sich also herausnehmen, sich die kostspielige Blausäure-Herstellung zu sparen. Die Blausäure erhöht gleichzeitig die Toleranz gegen Trockenstress. Auch der scheint auf den bewässerten städtischen Wiesen geringer zu sein.
Marc Johnson, einer der Koordinatoren der Studie, erinnert sich: «Das Ganze hat mit einem einfachen Tweet begonnen.» Am Ende haben 280 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler rund um die Welt ihre Mitarbeit zugesagt. Johnson weiter: «Das war durchaus bemerkenswert, denn es bedeutete für jeden einzelnen eine Menge Arbeit. Allen war klar, wie wichtig das Projekt ist. Es gab noch nie eine Feldstudie in diesem Umfang oder eine Studie darüber, wie die Verstädterung weltweit die Evolution beeinflusst.»

Alexandra von Ascheraden

Weissklee (Trifolium repens), auch Kriechklee genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Klee (Trifolium) in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae). Die krautige Pflanze ist in Europa, Nordafrika, Südwest- sowie Zentralasien weit verbreitet. Foto: Rieth, Pixabay
Weissklee (Trifolium repens), auch Kriechklee genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Klee (Trifolium) in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae). Die krautige Pflanze ist in Europa, Nordafrika, Südwest- sowie Zentralasien weit verbreitet. Foto: Rieth, Pixabay

g’plus – Fachmagazin für die grüne Branche
Bahnhofstrasse 94
5000 Aarau
T 044 388 53 53
F 044 388 53 40
M redaktion(at)gplus.ch

Herausgeber von g’plus ist JardinSuisse, 
Unternehmerverband Gärtner Schweiz. 

Jardin Suisse