10.12.2025
Mit einem Screening von über 250 Pestiziden wurde überprüft, welche in Gewässern vorkommen und welche die Gewässerorganismen am stärksten gefährden. Zudem wurde untersucht, woher besonders risikorelevante Pestizide stammen und wie sie in die Gewässer gelangen.
(cb) In zahlreichen Fliessgewässern der Schweiz kommen immer noch Pestizide in Konzentrationen vor, die für Gewässerorganismen schädlich sind. Die Eawag hat in Zusammenarbeit mit der VSA-Plattform Wasserqualität und dem Oekotoxzentrum in drei Studien die Pestizidbelastung von Bächen und Flüssen beleuchtet. Diese Pestizide werden als Pflanzenschutzmittel, als Biozid zum Schutz von Menschen und Materialien oder als Tierarzneimittel eingesetzt.
Mit dem Screening von über 250 Pestiziden wurde überprüft, welche in Gewässern vorkommen und welche die Gewässerorganismen am stärksten gefährden. Zudem wurde untersucht, woher besonders risikorelevante Pestizide stammen und wie sie in die Gewässer gelangen.
Mit den Untersuchungen wurde zunächst überprüft, ob tatsächlich alle risikorelevanten Pestizide im nationalen Fliessgewässermonitoring für Mikroverunreinigungen «NAWA TREND MV» erfasst werden. Aktuell werden 73 Pestizide in 38 Gewässern ganzjährig untersucht. In der Spezialmesskampagne«NAWA SPEZ 2023» wurden von März bis November 2023 fünf ausgewählte Fliessgewässer auf ein Spektrum an 253 Pestiziden untersucht. Das Resultat: Das nationale Monitoring deckt risikoreiche Pestizide gut ab. Von den 253 untersuchten Pestiziden wurden 135 nachgewiesen, 23 davon in Konzentrationen, die ein Risiko darstellen. Es wurden auch Pestizide nachgewiesen, die bisher nicht untersucht werden und im Rahmen der Studie nicht abschliessend beurteilt werden konnten. Sie sollten daher noch besser untersucht werden.
Eintragswege lokalisieren
Um den Eintrag von Pestiziden in die Gewässer zu reduzieren, muss man ihre Verwendungen und die Eintragswege in die Gewässer kennen. Im Einzugsgebiet der fünf untersuchten Fliessgewässer gibt es jeweils eine Abwasserreinigungsanlage ohne Reinigungsstufe zur Entfernung von Mikroverunreinigungen. Hier wurden Proben an den Abläufen genommen.
Ausserdem wurde für die zehn Pestizide mit den grössten Risiken für Gewässerorganismen die fünfjährige Datenreihe des nationalen Fliessgewässermonitorings ausgewertet, zusätzlich die seit diesem Jahr vorliegenden Angaben zu den Verkaufsmengen ausgewählter Biozide und Tierarzneimittel herangezogen.
Die Ergebnisse zeigen, dass Eintragswege unterschiedlich sind. Die meisten Pestizide werden über Abwasserreinigungsanlagen oder über Auswaschung durch Regen eingetragen. Dies gilt auch für risikorelevante Pyrethroid-Insektizide, die als Pflanzenschutzmittel, als Biozide im Aussenbereich und als Tierarznei eingesetzt werden. Ein Spezialfall ist Fipronil. Als Zecken- und Flohmittel für Haustiere führt es zu hohen Risiken für Gewässerorganismen. Es war 2022/23 das Pestizid mit den meisten Überschreitungen der ökotoxikologischen Qualitätskriterien.
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