12.02.2026
Die National Prioritären Arten werden aus der Kombination von nationalem Gefährdungsgrad und internationaler Verantwortung ermittelt. Die Liste, die als Vollzugshilfe für die Kantone bei der Umsetzung von Massnahmen zur Artenförderung dient, wurde nun aktualisiert.
(cb) Viele Arten sind durch die Veränderungen der Umwelt- und Klimabedingungen vom Aussterben bedroht. In der Schweiz sind über 56 000 Arten (Bafu / InfoSpecies 2023) bekannt. Davon sind 2999 Arten auf der neuen aktualisierten Liste der National Prioritären Arten (NPA) aufgeführt, die vom Bundesamt für Umwelt Bafu und dem Schweizerischen Informationszentrum für Arten InfoSpecies unter Beteiligung der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL herausgegeben wurde. Sie ersetzt die Liste von 2019.
Die National Prioritären Arten werden aus der Kombination von nationalem Gefährdungsgrad und internationaler Verantwortung ermittelt. Neu fallen die bisher verwendeten Prioritätsabstufungen der NPA weg, allen angeführten Arten gilt Gleichbehandlung, es werden aber Handlungsebene und Dringlichkeit ausgewiesen.
Die Liste dient als Vollzugshilfe für die Kantone bei der Umsetzung von Massnahmen zur Artenförderung, um die Bestände dieser Arten zu bewahren. Sie ist rechtlich verbindlich. Die Liste enthält Vertreter aus Fauna und Flora. Rund 3700 der 10 844 der im Rahmen des Rote-Listen-Programms des Bundes untersuchen Arten sind bedroht. Sie werden unter den Kategorien «kritisch gefährdet» (CR), «stark gefährdet» (EN) und «verletzlich» (VU) geführt. Zwei Prozent gelten als «in der Schweiz ausgestorben» (RE), zwölf Prozent sind «nahezu bedroht» (NT). Der Verlust der Artenvielfalt ist insbesondere auf den Verlust der Lebensräume und -qualität zurückzuführen. Stärkere Arten können sich besser anpassen und verdrängen dabei seltenere Arten der Artengemeinschaften.
Unter der Einstufung «Hohe Verantwortung» fallen beispielsweise Pilze wie jene der Gruppe der Saftlinge. Sie haben ihr Habitat vor allem in extensiv bewirtschafteten, mageren Wiesen und Weiden. Betroffen ist unter anderem der Rosenrote Saftling (Porpolomopsis calyptriformis). Die geschützte Art fällt unter die Kategorie CR. Der Pilz verträgt keine intensive Graslandnutzung, weshalb die mageren Wiesen und Weiden, wo oft auch andere seltene und bedrohte Pilzarten zu finden sind, streng geschützt werden müssen.
Eine weitere bedrohte Art ist auch die Styx-Binse (Juncus stygius). Die auf der Roten Liste auch als «kritisch gefährdet» angeführte und vom Aussterben betroffene Art war in der letzten Eiszeit noch über ganz Europa verbreitet. Als charakteristische Art der Übergangsmoore wird ihr Lebensraum durch Abtorfung und Trockenlegung zerstört. In der Schweiz gibt es nur noch zwei Fundorte an der Alpennordflanke im Kanton Luzern.
Einige Organismengruppen weisen einen sehr hohen Anteil von Arten (80 Prozent und mehr) auf, die auf Artenförderung angewiesen sind. Dazu gehören Amphibien, Fledermäuse und Flechten.
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