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Tropennächte, Starkregen und weniger Schnee

27.11.2025

Klimabedingte Katastrophen verursachten 2024 weltweit 16 000 registrierte Todesfälle und über 265 Milliarden Franken Schäden in der Wirtschaft, rechnet die Industriestaatenorganisation OECD vor und spricht von mangelndem Ehrgeiz beim Klimaschutz mit schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen.

(ur) «Die Wissenschaft wird wirklich nervös», sagte Johan Rockström, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung zum Auftakt der Weltklimakonferenz in Brasilien. Gleichzeitig warnte er davor, dass die Erde ihre Widerstandskraft verliere und damit ihre Kühlleistung geschwächt werde.  

Hitzewellen führen bereits heute zu Gesundheitsschäden, Ernteausfällen und sinkender Arbeitsproduktivität. Klimabedingte Katastrophen verursachten 2024 weltweit 16 000 registrierte Todesfälle und über 265 Milliarden Franken Schäden in der Wirtschaft, rechnet die Industriestaatenorganisation OECD vor und spricht von mangelndem Ehrgeiz beim Klimaschutz mit schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen. Der OECD-Klimaschutzbericht 2025 fordert deshalb strengere politische Massnahmen sowie eine schnellere und rechtlich verbindliche Umsetzung, um zunehmende wirtschaftliche Verluste, soziale Ungleichheiten und Umweltschäden einzudämmen.  

Die Erdatmosphäre hat sich gegenüber der vorindustriellen Zeit um mittlerweile 1,4 Grad erwärmt. Die Schweiz bekommt diese Entwicklung mit einem Plus von 2,9 Grad zu spüren, da sich ihre kontinentale Landfläche ohne den kühlenden Einfluss eines Meeres stärker erhitzt. Gemäss den neu veröffentlichten Szenarien wird die durchschnittliche Temperatur global bei 2 Grad liegen und für die Schweiz bei 3,6 Grad. Falls der Klimaschutz nicht weltweit verstärkt wird, erhöht sich die Temperatur bis zur Jahrhundertwende auf der Erde um 3 Grad und in der Schweiz um 4,9 Grad.  

Diese Werte sind in «Schweizer Klimaszenarien CH 2025» veröffentlicht. Diese Publikation ist vom Wetterdienst Meteo Schweiz und von der ETH Zürich erstellt worden, mitgewirkt haben 50 Forschende. Das Mandat dazu wird vom Bundesrat alle paar Jahre erteilt, die letzten Modellierungen erschienen 2018. Gemäss den neuen Szenarien steigt die Zahl der Hitzetage mit Tropennächten in der Schweiz weiter an. Bei 3,6 Grad Erwärmungen wären es in der Stadt Zürich jährlich beispielsweise 20. Von 1993 bis heute lag dort gemäss Meteo Schweiz die Zahl der tropischen Nächte zumeist unter 10. 

Gleichzeitig werden die Sommer trockener und die Winter feuchter. Während im Sommer die Starkregen zunehmen, werden die sehr heftigen Ereignisse, wie sie durchschnittlich alle 50 Jahre auftreten, noch 10 Prozent heftiger ausfallen als heute. Im Winter wird es zunehmend regnen statt schneien, weil mit der Erwärmung der Atmosphäre die Nullgradgrenze um etwas mehr als 100 Meter pro Grad steigt. Im Frühling nimmt deshalb das Schmelzwasser in den Flüssen ab. Im Sommer hingegen erhöhen Hitze und Trockenheit die Gefahr von Waldbränden. 

Grosse Trockenheit über einen langen Zeitraum setzt der Natur auch in unseren Breiten immer mehr zu: verdorrte Rasenflächen und Laubfall bereits in den Sommermonaten. Foto: Urs Rüttimann

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