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Entdeckungen in Alicante

Die Studienreise der Technikerklasse HF 2025/27 vom Oeschberg führte nach Spanien. Die Teilnehmenden blicken auf eine interessante und lehrreiche Woche zurück. Hier berichten sie in eigenen Worten und Bildern von ihren Erlebnissen.

Es ging los mit einem einzigartigen Einblick in den bekanntesten Palmengarten Europas und Teil des UNESCO Weltkulturerbes Palmeral de Elche, den uns Ramon Martin Abad von der Polytechnischen Universität Valencias gewährte. Auf rund 12 000 Quadratmetern wachsen über 90 verschiedene Palmenarten, während weltweit etwa 280 Arten bekannt sind. Die Anlage vereint historische Gartenkunst mit modernen und nachhaltigen Pflegemassnahmen und bietet wertvolle Erkenntnisse für Fachleute der Grünen Branche.  

Aus denkmalpflegerischer Perspektive dokumentiert der Huerto del Cura die Transformation eines ursprünglich funktional genutzten Agrarraums in eine gartenarchitektonische Repräsentationslandschaft. Er fungiert heute als Schau- und Forschungsraum für die Schnittstelle von historischer Palmenkultur, ornamentalem Gartenbau und Identitätsstiftung im Kontext mediterraner Kulturlandschaften. 

Die Kaiserpalme (Phoenix dactylifera) ist das botanische Wahrzeichen des Huerto del Cura in Elche und eine weltweit einzigartige Erscheinung. Sie zeichnet sich durch ihre aussergewöhnliche Wuchsform aus; aus einem einzigen Stamm entwickeln sich sieben gleichmässig angeordnete Kronen. Dieses natürliche Phänomen ist äusserst selten, da diese Palmen normalerweise keine Seitensprosse in dieser Form ausbilden.  

Benannt wurde die Kaiserpalme im Jahr 1873 zu Ehren der österreichischen Kaiserin Elisabeth, besser bekannt als «Sisi», die den Garten während ihrer Spanienreise besuchte. Seitdem ist sie das Symbol des Gartens und ein zentrales Anziehungsmonument für Besucherinnen und Besucher. Sie symbolisiert die enge Verbindung von Kultur, Geschichte und Pflanzenanbaukunst und ist damit ein unverzichtbares Highlight für Fachleute wie auch für die Öffentlichkeit.  

Artenvielfalt und Standortbedingungen 
Neben der Phoenix dactylifera befinden sich im Huerto del Cura zahlreiche weitere Arten. Jede dieser Palmen stellt eigene Ansprüche an Klima und Standort. Der tonhaltige Boden des Gartens fördert eine tiefe Wurzelbildung und verhindert Umkippen, Zusatzstoffe wie Kompost, werden bewusst auf maximal zehn Prozent begrenzt, um oberflächliches Wurzelwachstum zu vermeiden. Auch das Thema Bewässerung ist hier vorbildlich gelöst. In einem geschlossenen Kreislauf wird Wasser gesammelt, hochgepumpt und wiederverwendet. Ergänzungen erfolgen nur in Trockenzeiten, wodurch ein nachhaltiges System entsteht, das den mediterranen Bedingungen optimal angepasst ist.      

Bis hierhin konnten Sie bereits in der Print-Ausgabe lesen. Hier geht es nun weiter:


Schädlingsproblematik und Pflanzenschutz 
Eine zentrale Herausforderung für die Palmenpflege im Mittelmeerraum ist der Rote Palmrüssler (Rhynchophorus ferrugineus). Dieser invasive Schädling befällt vor allem Phoenix-Arten wie Phoenix canariensis und Phoenix dactylifera. Die Larven bohren sich tief ins Palmenherz und zerstören die Leitungsbahnen. Da Palmen kein Kambium besitzen und somit kein sekundäres Dickenwachstum aufweisen, können geschädigte Strukturen nicht regeneriert werden. Typische Symptome eines Befalls sind abknickende oder vertrocknende Fiederblätter, der Ausfall der Speerblätter sowie Bohrlöcher. 

Im Huerto del Cura erfolgt die Bekämpfung des Schädlings über ein konsequentes Pflanzenschutzmanagement. Zwischen März und Oktober werden die Palmen alle 40 Tage behandelt. Die Applikation der Insektizide erfolgt über Injektionen oder das Giessverfahren, wobei die Mittel gezielt ins Palmherz eingebracht werden, um den Vegetationskegel zu erreichen. Eingesetzt werden systemische Präparate wie Imidacloprid und zunehmend Acetamiprid, letzteres in Form des wasserlöslichen Produkts Epik mit einem Wirkstoffgehalt von 20 Prozent. Die Durchführung liegt in den Händen spezialisierter Firmen, die neben dem Pflanzenschutz auch Schnitt- und Pflegearbeiten übernehmen. Diese Massnahmen sind komplex und zeigen, wie anspruchsvoll der Erhalt wertvoller Palmenbestände ist.

Relevanz für die Praxis in der Schweiz 
Für alle Interessierten der Grünen Branche ist ein Besuch im Huerto del Cura sehr empfehlenswert. Man lernt nicht nur die enorme Vielfalt an Palmenarten kennen, sondern erhält auch praxisnahe Einblicke in professionelle Pflegemethoden, die sich von der Bodenbearbeitung über die Schädlingsbekämpfung bis hin zur nachhaltigen Bewässerung erstrecken. Für unsere Arbeit in der Schweiz lassen sich daraus mehrere Ansätze ableiten. Frosttolerante Arten wie Trithrinax campestris sind auch im gemässigten Klima interessant. Das Bodenmanagement sollte so ausgerichtet werden, dass Wurzeln tief statt oberflächlich wachsen, Pflanzenschutz muss gezielt und systematisch erfolgen und Wasserkreisläufe könnten künftig eine grössere Rolle spielen, um mit zunehmender Trockenheit umzugehen.

Erkenntnisse und Fazit
Die Exkursion hat verdeutlicht, dass Palmenpflege ein Zusammenspiel aus Standortwahl, Bodenmanagement, Wasserführung und Pflanzenschutz darstellt. Besonders eindrucksvoll war die enge Verzahnung von traditioneller Gartenkunst und moderner Pflanzenwissenschaft. Während junge Palmen zunächst Schatten benötigen, vertragen ausgewachsene Pflanzen die volle Sonne problemlos. Die grosse Vielfalt an Arten stärkt die Resilienz des Gartens gegenüber Klimaextremen und Schaderregern. Auch das geschlossene Bewässerungssystem bietet ein zukunftsweisendes Modell für ressourcenschonende Pflege. Der Huerto del Cura ist somit nicht nur ein kulturhistorisches Denkmal, sondern auch ein Musterbeispiel für angewandten Gartenbau. Wer in der Grünen Branche tätig ist, sollte diesen Ort besuchen, um zu erleben, wie Theorie und Praxis in einem einzigartigen Gesamtkonzept verschmelzen.

Der Huerto del Cura ist der bekannteste Palmengarten Europas.
Der Huerto del Cura ist der bekannteste Palmengarten Europas.

Am Dienstagnachmittag besuchten wir die Salinen von Torrevieja. Das Besondere an diesem Ort ist der rosa Salzsee. Weil der See einen sehr hohen Salzgehalt hat, leben dort spezielle Mikroorganismen und Bakterien, die Beta-Carotin produzieren. Dieser Farbstoff sorgt für die besondere Färbung des Wassers, die bei Sonnenschein besonders stark zur Geltung kommt.   

Mit 300 Gramm Salz pro Liter Wasser hat der etwa 6 Kilometer lange rosa See einen ähnlich hohen Salzgehalt wie das Tote Meer. Dank dieses hohen Salzgehalts haben die Menschen dort schon vor über 2000 Jahren bemerkt, dass sich dieser See perfekt für den Salzabbau eignet. Zu Spitzenzeiten waren dort über 3000 Menschen beschäftigt, die das Salz von Hand abgebaut haben. Dank der modernen Maschinen von heute werden nur noch rund 80 Mitarbeiter benötigt. 

Heute wird das Salz, das sich auf dem Boden des nur knapp zwei Meter tiefen Sees ablagert, mit einem speziellen Boot ausgebaggert. Von dort aus wird es auf Transportboote verladen und in die Mitte des Sees gebracht. Jedes dieser Transportboote kann etwa 7 Tonnen auf einmal laden. Die Boote fahren meist in Reihen von 13, die miteinander verbunden sind. In der Mitte des Sees befindet sich ein Steg, auf dem das Salz abgeladen wird. Von dort aus wird das Salz mit Förderbändern an Land transportiert. An Land wird das Salz zum Zwischenlagern zu grossen Salzbergen aufgeschüttet. Von dort aus wird das Salz wieder verladen und nach Barcelona transportiert, wo es in der Fabrik weiterverarbeitet wird. 

Wirtschaftliche Bedeutung für die Region
Die Salinen von Torrevieja werden von der Firma Salins geführt, die den Salzsee für den Salzabbau gepachtet hat. Der grösste Teil des Salzes von Torrevieja wird zu Speisesalz weiterverarbeitet. Ein Teil des Salzes wird jedoch auch zu Streusalz, das auf den Strassen benötigt wird, oder zu Salz, das in Poolfiltern gebraucht wird, weiterverarbeitet.   

Die Salinen sind nicht nur eine touristische Attraktion der Gegend, sondern haben auch schon immer eine hohe wirtschaftliche Bedeutung für die Region gehabt. Es gibt das Gerücht, dass die Reise von Christoph Kolumbus im Jahr 1492 mit Geld aus den Salinen finanziert wurde. Es wird vermutet, dass Kolumbus die Reise unternahm, um einen grösseren Markt für den Salzverkauf zu finden. Auch heute wird das Salz von Torrevieja noch in die ganze Welt verkauft. Jährlich werden etwa 600 000 Tonnen Salz gefördert. 

Perfekter Lebensraum für Flamingos
Obwohl das Schwimmen im rosa Salzsee verboten ist, bietet der See durch die einzigartige Zusammensetzung des Wassers mit vielen Mineralien wie Magnesium, Kalzium, Kalium und Jod perfekte Voraussetzungen für natürliche Therapien. Das Wasser soll gegen Hauterkrankungen, rheumatische Schmerzen und sogar gegen Atemwegsprobleme helfen. 

Zusätzlich ist der See für seine vielen Flamingos, die dort ihre Brutstätten haben, bekannt. Der See bietet den perfekten Lebensraum für die Flamingos. Die Mikroorganismen, die den See rosa färben, dienen den Flamingos als Nahrungsquelle. Zusätzlich ist der See dank seiner geringen Tiefe angenehm warm für die Flamingos, und dank des Badeverbots werden sie auch von keinen Menschen gestört. 

Für uns als Gartenbautechnikerklasse war der Besuch der Salinen sehr lohnend. Es war sehr spannend herauszufinden, warum und durch welche Mikroorganismen das Wasser eine so auffällig rosa Färbung hat. Die atemberaubende Landschaft mit dem rosa See und den riesigen Salzbergen am Ufer hat uns besonders gut gefallen. Weil wir zur falschen Zeit dort waren, konnten wir leider keine Flamingos sehen. Nichtsdestotrotz hat uns die Besichtigung der Gegend sehr beeindruckt. Für unsere berufliche Zukunft als Gartenbautechniker können wir von den Salinen jedoch nicht viel mitnehmen, weil wir in der Schweiz keine vergleichbaren Anlagen haben. Der Besuch war trotzdem ein guter Teil unserer gelungenen Studienreise nach Alicante.

Die Reisegruppe vor einem der grossen Salzberge.
Die Reisegruppe vor einem der grossen Salzberge.

Ausserdem besuchten wir die Baumschule Planta Viva in Elx. Das Unternehmen bewirtschaftet rund 50 Hektaren Anbaufläche und hat sich auf mediterrane Gehölze spezialisiert, die weltweit exportiert werden. Begleitet wurden wir von José Luis Ordoñez, Sales Agent bei Planta Viva, der uns durch die weitläufige Anlage führte und uns eindrücklich erklärte, wie Produktion, Vermarktung und Export in diesem international tätigen Betrieb zusammenspielen. 

Schon beim Betreten der Anlage fiel uns die Dimension der Baumschule auf. Reihen von Pflanzen in unterschiedlichsten Grössen und Arten prägten das Bild. Besonders beeindruckend waren die Grossgehölze in Containern, deren knorrige Stämme wie Skulpturen wirkten. Sie gaben dem Gelände eine einzigartige Atmosphäre, die man in Schweizer Baumschulen selten so antrifft. 

Unter Schattierungsnetzen entdeckten wir grosse Bestände von Farnen und tropischen Pflanzen. Diese Netze filterten die intensive Sonneneinstrahlung und schufen ein ausgeglichenes Mikroklima, das für diese Pflanzen überlebenswichtig ist. Da sie aus feuchteren Regionen stammen, benötigen sie besonders in der frühen Wachstumsphase Schatten und Schutz. Hier zeigte sich eindrücklich, wie Produktionsbedingungen auf die ökologischen Ansprüche abgestimmt werden. 

Kulturgeschichte des Mittelmeerraums
Das wohl prägendste Merkmal von Planta Viva sind die geretteten Olivenbäume. In Spanien und Italien werden alte Olivenhaine bewirtschaftet, deren Bäume oft mehrere hundert Jahre alt sind. Wenn ihr Ertrag nachlässt, gelten sie für die Landwirtschaft als unproduktiv. Während sie andernorts gefällt würden, erhalten sie bei Planta Viva eine neue Zukunft. Ein spezialisiertes Team gräbt die Bäume mit viel Erfahrung und maschineller Unterstützung aus. Die mächtigen Wurzelballen werden gesichert, die Stämme sorgfältig verladen und nach Elx transportiert. Dort setzt man sie in grosse Container und pflegt sie weiter. Schon nach kurzer Zeit treiben die Bäume wieder neu aus und entwickeln frische Kronen. 

Diese Olivenbäume sind mehr als nur Handelsware, sie verkörpern die Kulturgeschichte des Mittelmeerraums und bringen sie in Gärten und Parks auf der ganzen Welt. Für uns war es eindrücklich, zwischen diesen jahrhundertealten Bäumen zu stehen und zu spüren, wie Tradition, Nachhaltigkeit und Gestaltung in einem Produkt zusammenfliessen. Sie zeigen, dass im Gartenbau Werte erhalten und Geschichte lebendig gehalten werden können. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass wirtschaftliches Denken und ökologisches Handeln kein Widerspruch sein müssen. Ein Baum, der in der Landwirtschaft als wertlos gilt, kann durch Pflege, Know-how und einen neuen Markt zum begehrten Gestaltungselement werden. Diese Verbindung von ökonomischem Nutzen und kulturellem Wert war für uns eine der wichtigsten Erkenntnisse dieser Exkursion. 

Die Region Elx ist geprägt von Hitze und langen Trockenperioden. Deshalb ist Wasser in der Produktion ein besonders sensibles Thema. Planta Viva nutzt das Wasser eines nahegelegenen Flusses, setzt aber konsequent auf Tröpfchenbewässerung, um es effizient einzusetzen. Jeder Baum und jede Pflanze ist gezielt angeschlossen, sodass Verluste durch Verdunstung minimiert werden. Für uns war dies ein wichtiges Beispiel, wie Ressourcenschonung in grossem Massstab umgesetzt werden kann. Es machte deutlich, dass moderne Baumschulen nicht nur ökonomisch denken, sondern auch Verantwortung für Umwelt und Ressourcenschutz übernehmen müssen.

Der globale Gartenbau
Neben der Pflanzenproduktion war für uns auch die Logistik spannend. Bevor ein Lastwagen beladen wird, zeichnet das Team die Fläche des LKWs mit Kreide auf den Boden. Innerhalb dieses Rahmens wird die Lieferung so lange arrangiert, bis alles optimal passt. Diese einfache Methode spart Zeit, verhindert Schäden und sorgt dafür, dass die Fracht effizient genutzt wird. Von Elx aus gehen Lieferungen in die ganze Welt bis nach Indien und Japan. Besonders Japan stellt aussergewöhnlich hohe Anforderungen an den Import von Pflanzen. Jede Lieferung muss frei von Schädlingen sein, andernfalls droht die Vernichtung der gesamten Fracht. Um diesen Vorschriften gerecht zu werden, werden die Pflanzen vor dem Versand im Labor sorgfältig geprüft. Zusätzlich werden sie stark gewässert und mit einem Feuchtigkeitsgel behandelt, das Wasser speichert und langsam wieder abgibt. Auf diese Weise können die Pflanzen auch lange Transportwege unbeschadet überstehen. 

Diese Einblicke machten uns bewusst, wie eng Gartenbau mit globalen Handelsregeln, Pflanzengesundheit und Innovation verknüpft ist. Hinter jeder Pflanze, die in einen Schweizer Garten gepflanzt wird, kann eine komplexe Geschichte aus Kontrollen, Transporten und Anpassungen stehen. Die Exkursion zeigte uns, wie global der Gartenbau geworden ist. Pflanzen sind nicht nur ein lokales Produkt, sondern Teil internationaler Märkte mit strengen Regeln und innovativen Lösungen. Besonders die geretteten Olivenbäume haben uns verdeutlicht, dass im Gartenbau nicht nur ökonomische, sondern auch kulturelle und ästhetische Werte eine Rolle spielen. 

Für Fachkolleginnen und -kollegen aus der Grünen Branche ist ein Besuch bei Planta Viva besonders lohnenswert. Hier erhält man einen seltenen Einblick in die gesamte Kette von der Anzucht über die Pflege und Ressourcennutzung bis hin zur Exportlogistik. Vor allem die Begegnung mit den jahrhundertealten Olivenbäumen ist ein Erlebnis, das fachlich inspiriert und emotional berührt. Für uns selbst war die Reise eine wertvolle Lernerfahrung. Wir nehmen mit, dass Effizienz, Nachhaltigkeit und Wertschätzung im Gartenbau untrennbar zusammengehören. In unserer künftigen Tätigkeit in der Schweiz wollen wir diese Erfahrungen nutzen, sei es beim Einsatz wassersparender Bewässerungstechniken, beim logistischen Denken in Projekten oder im bewussten Umgang mit bestehenden Gehölzen.  

Olivenbäume in der Baumschule Planta Viva.
Olivenbäume in der Baumschule Planta Viva.

Ziel der Exkursion zum Botanischen Garten der Universität Alicante in der Gemeinde Ibi war die Untersuchung von Pflanzen, Biodiversität und Regenwassermanagement. Der Botanische Garten liegt auf 750–850 m ü. M. und umfasst 53 ha, wovon 6–7 ha aktiv bewirtschaftet werden. Das Gelände ist in thematische Bereiche gegliedert, darunter ein griechisch-römischer, ein arabischer Garten sowie ein Bereich zu Hildegard von Bingen. Diese Abschnitte verbinden kulturelle Geschichte mit gartenbaulichen Techniken in harmonischer Weise. Ein integriertes Regenwassermanagement durch Nassbiotope unterstützt zudem die Biodiversität. 

Forschung trifft Landschaft 
Die Institution für Biodiversität (CIBIO) der Universität Alicante, wird geleitet von Prof. Segundo Rios und begleitet von der Biologin Dr. Michaela Dane. Die Exkursion dient als ökologischer Knotenpunkt zwischen Tiefland und Gebirge. Unsere Gruppe erlebte eine beeindruckende Vielfalt an Pflanzensammlungen. Der "Jardín de las Culturas" zeigt die Beziehung zwischen Menschen und Pflanzen in verschiedenen Epochen. Taxonomische Sammlungen vermitteln systematische Einblicke in die Pflanzenwelt. Der mittelalterliche Garten nach Hildegard von Bingen umfasst über 230 Heil- und Nutzpflanzen und dient als lebendige Versuchsanlage für historische Kräutermedizin. Für die Schweiz eröffnet dieses Konzept spannende Impulse: Wir können Kulturgeschichte stärker in Lehrgärten integrieren und Pflanzenwissen anschaulich an die Öffentlichkeit vermitteln. Die klimatischen Unterschiede setzen Grenzen, doch Prinzipien wie thematische Gliederung und didaktische Aufbereitung lassen sich gut übertragen.

Technik und Tradition – Nachhaltigkeit als Leitprinzip 
Die Station überzeugte uns durch ihre botanische Vielfalt, und ihre technische Ausstattung. Gewächshäuser und Blütenbiologiekammern ermöglichen präzise Forschung zur Pflanzenreproduktion. Ein ressourcenschonendes Wassermanagementsystem verknüpft Forschung und Betrieb auf nachhaltige Weise. Das Regenwasser wird gesammelt und in verschiedene Nassbiotope geleitet, dies bietet Pflanzen, Molchen und Wasserschlangen einen Lebensraum. Besonders das Amphibiarium fiel uns als innovatives Beispiel für den Schutz lokaler Amphibienarten auf. Dieses Modell könnte auch in Schweizer Naturgärten Anwendung finden. 

Gleichzeitig pflegt die Station traditionelle Landwirtschaft mit Getreide, Mandel- und Olivenbäumen. Die älteste Pflanze Spaniens ist die Quercus rotundifolia Lam. (Rundblättrige Eiche). Historische Elemente wie Kalköfen und Viehtränken ergänzen die Anlage. Diese Verbindung von Forschung, Geschichte und Praxis bietet ein Modell für die Weiterentwicklung von Schweizer Lehr- und Versuchsanlagen. Wir diskutierten, welche Elemente sich realistisch übertragen lassen etwa robuste Sorten für Trockenlagen oder die Integration historischer Strukturen. 

Impulse und Schwerpunkte zur Praxis
In Ibi herrscht ein extremes Klima, in der Sommersaison steigt die Temperatur auf bis zu 40 Grad und der Winter bringt Schnee. Pflanzen, die im botanischen Garten gedeihen, müssen hohen Klimaverhältnissen standhalten. So sind Ähnlichkeiten zum Klima in der Schweiz ersichtlich, wiederum ist das Klima in 1000m ü. M. (Spanien) zu vergleichen mit dem Klima auf 3000m ü. M.(Schweiz). Ersichtlich ist, dass die verschiedenen Iris-Arten in dem extremen Standort mit der richtigen Pflege gut gedeihen. Die Iris-Rabatten werden mit einer Tröpfchen Bewässerungsanlage getränkt. Damit die Knollen und Zwiebeln der Pflanzen nicht verfaulen, werden sie mit längs angehäuften topgrafischen Hügeln gestaltet, um die Versickerung zu gewährleisten. 

Unter den Kalkböden liegt direkt Kalkgestein und wenig Kulturerde. Nebst der Brandgefahr, die durch die Trockenheit besteht, hat der Botanische Garten einen anderen Schwerpunkt, die marokkanische Steinziege. Diese frisst Pflanzenteile ab und klettert auf Bäume. Somit wird sie zum Problem, weil vieles in der Kultur beschädigt wird. Zur Verminderung des Pflanzenfrass, sind gewisse Bereiche eingezäunt. 

Die Studienreise nach Alicante zeigte eindrücklich, wie stark Klima und Höhenlage den Gartenbau prägen. Während sich nicht alle Konzepte direkt auf die Schweiz übertragen lassen, gab die 53 ha grosse Anlage wertvolle Impulse. Besonders lehrreich ist der Umgang mit Standortfaktoren: Kleine topografische Eingriffe, wie modellierte Pflanzflächen für Iris, steuern Wasserhaushalt und Mikroklima effektiv. Ebenso überzeugte das integrierte Regenwassermanagement mit Nassbiotopen als Lebensraum für Amphibien. Die Brandgefahr machte deutlich, wie verletzlich solche Systeme sind, zugleich aber auch, wie umsichtig reagiert wird. Fazit: Die Verbindung von Forschung, Biodiversität und nachhaltiger Praxis bietet wichtige Anregungen für die Weiterentwicklung des Gartenbaus in der Schweiz.

Topografisch dargestellte Iris Rabatte.
Topografisch dargestellte Iris Rabatte.

Die Kreislaufwirtschaft von Les Freses 
Celler Les Freses liegt im mediterranen Raum bei Dénia, nahe der spanischen Mittelmeerküste. Die Rebanlagen befinden sich in Hanglage, wo ein freier Durchzug zwischen den Rebzeilen für ständige Luftbewegung sorgt. Diese natürliche Belüftung trocknet Blätter und Trauben rasch ab, reduziert den Krankheitsdruck und senkt den Bedarf an Pflanzenschutzmassnahmen. Die Kombination aus Meeresnähe und umliegenden Höhenzügen schafft ein eigenes Mikroklima: Während die Vegetation in anderen Regionen bereits früh im Sommer verdorrt, bleibt sie hier länger grün.

Im Rahmen unserer Studienreise besuchten wir das Weingut und erhielten einen kompakten Einblick in Bewirtschaftung, Wassermanagement und Arbeitsorganisation. Die Reben brauchen trotz Küstennähe einen trockenen Standort. Diese Spannung zwischen Feuchtigkeit und Trockenheit löst der Betrieb nicht mit mehr Technik, sondern mit Kreislaufprinzipien, die den Standort nicht bekämpfen, sondern einbinden. 

Die Produktion folgt wenigen, klaren Hebeln
Erstens wird der Wasserbedarf über Reifezeitpunkt, Erziehung und Schnitt gesteuert. Die Lese findet früh statt, meist um den 8. August herum. Eine kürzere Vegetationsdauer senkt den Gesamtwasserverbrauch. Ein kräftiger Winterschnitt begrenzt die Anzahl der Augen und damit das Triebwachstum. Weniger Blattmasse bedeutet weniger Verdunstung. Die Laubwände werden luftig gehalten, sodass ein konstanter Durchzug entsteht. Das trocknet das Blattwerk nach Regen und Tau schnell ab und senkt den Krankheitsdruck.

Zweitens ist das Wassermanagement der Kern des Systems. Externes Wasser kommt nicht zum Einsatz. Die Strategie beruht auf drei Stufen: Regenrückhalt, Bodenspeicherung und seltene Reizgaben. Niederschläge von Dach- und Hofflächen werden in Zisternen gesammelt. Auf den Flächen verlangsamen Querriegel und Mulden den Abfluss und fördern die Infiltration. Der wichtigste Speicher bleibt der Oberboden. Ein hoher Anteil organischer Substanz sorgt für Krümelstabilität und Wasserspeicherung. Bei akuter Trockenheit erhalten die Reben kurze Tropfgaben aus den Tanks, jedoch nur so selten und so knapp, dass die Wurzeln nicht im Oberboden verharren, sondern in die Tiefe wachsen. Ziel ist eine Rebe, die mit Standortschwankungen arbeiten kann und nicht von regelmässiger Zufuhr abhängig wird. 

Drittens adressiert der Betrieb die Hanglage und die Gefahr von Bodenerosion. Die Gassen sind dauerhaft begrünt, was den Boden stabilisiert, Niederschläge abpuffert und das Befahren ermöglicht. Der einheimische Unterbewuchs schützt die Oberfläche vor Schlagregen und Austrocknung. Im Unterstockbereich steht die spontane, standorttypische Vegetation. Sie ist nicht künstlich eingesät und wird nicht mechanisch "gejagt". Stattdessen wird sie kontrolliert belassen und bei Bedarf reguliert. Der Unterwuchs beschattet den Boden, kühlt die Oberfläche, reduziert Verdunstung und fördert die Taubildung. Gleichzeitig bietet er Lebensraum für Nützlinge wie Spinnen, Laufkäfer und Schlupfwespen, die Schaderreger im Zaum halten. Zeigerpflanzen werden als funktionale Hinweise betrachtet. Wuchsbild, Dichte und Artenwechsel zeigen Verdichtung, Trockenstress oder Nährstoffmangel an. Daraus folgen konkrete Eingriffe massgeschneidert auf den Ist- Zustand des Rebberges und der Jahreszeit.

Stabilisierung der Traubenqualität
Viertens schliesst der Betrieb den Nährstoffkreislauf. Ziegen beweiden gezielt die Unterstockbereiche. Ihr Mist wird kompostiert und dem Oberboden wieder zugeführt. Das erhöht die mikrobielle Aktivität und fördert die Mineralisierung in dem Moment, in dem die Reben es brauchen. Zusätzlich wird Schurwolle als Mulch eingesetzt. Sie speichert Wasser, wird langsam mikrobiell abgebaut und liefert über längere Zeit Stickstoff in moderaten Mengen. In niederschlagsarmen Phasen stabilisiert die Wolle die Bodenfeuchte und schützt die Oberfläche vor Austrocknung. Ergänzend bleibt jegliche Parzellenbiomasse im System. Der Boden bleibt so das zentrale Speicherelement für Wasser, Nährstoffe und Leben.

Fünftens ist die Steuerung bewusst einfach gehalten. Die Tropfleitungen dienen als Notwerkzeug und nicht als Dauerlösung. Diese Schlichtheit ist kein Verzicht auf Präzision, sondern eine Verlagerung von Technik zur Biologie. Die Kontrolle wandert vom Bildschirm in die Parzelle. Das senkt Kosten, hält die Organisation schlank und fördert das Verständnis für die kleinräumige Dynamik der Lagen. 

Das Ergebnis ist keine Maximierung des Hektarertrags, sondern die Stabilisierung der Traubenqualität. Kleine Beeren mit fester Schale sind weniger anfällig für Fäulnis und konzentrieren Aromastoffe. In einem warmen Küstenklima ist dies die robuste Antwort auf Trockenphasen und Starkregenereignisse: Wasser bleibt, wo es fällt, der Boden arbeitet, die Rebe reagiert. Qualität entsteht aus Systemdisziplin, nicht aus Einzelmassnahmen. 

Les Freses zeigt, wie sich mediterraner Weinbau mit knappen Ressourcen stabil führen lässt: Regen bleibt im Betrieb, der Boden speichert, die Begrünung schützt, der Unterwuchs arbeitet mit. Nährstoffe zirkulieren über Tierhaltung, Kompost und langsam verfügbare organische Mulche. Technik ist vorhanden, dominiert aber nicht. Entscheidend ist der Aufbau eines funktionsfähigen Bodens und einer belastbaren Parzellenökologie. Dieses Set aus wenigen, konsequent angewendeten Prinzipien liefert planbare Qualität, reduziert Abhängigkeiten und macht den Betrieb widerstandsfähig gegen Wetterextreme.

Im Weinberg Les Freses.
Im Weinberg Les Freses.

Der Jardín de l’Albarda, gelegen in der Urbanisation La Sella nahe Pedreguer, ist ein herausragendes Beispiel für nachhaltige mediterrane Gartenkunst. Er dient als botanisches Lehrmodell und kultureller Bezugspunkt für die Gestaltung und Pflege mediterraner Gärten. Seine Entstehung, Struktur und Bedeutung machen ihn zu einem wichtigen Untersuchungsobjekt für Fachleute im Bereich Gartenbau, Landschaftsarchitektur und Naturschutz. 

Gegründet wurde der Garten Anfang der 1990er Jahre von Enrique Montoliu auf einem ehemaligen Zitronenhain. Ziel war, anstelle exotischer Pflanzen einheimische, klimaangepasste Vegetation zu verwenden eine Idee, die sich zu einem lebendigen Lehrmodell entwickelte. Diese Grundidee war für die Region zukunftsweisend, da sich gerade an der spanischen Mittelmeerküste in den letzten Jahrzehnten eine Tendenz zu wasserintensiven, fremdländischen Pflanzenbeständen etabliert hatte. Heute verwaltet die Fundación Enrique Montoliu das Gelände. Die Stiftung nutzt den Garten als Demonstrationsfläche für nachhaltige Gartenbaupraktiken und Naturerhalt. 

Der Garten erstreckt sich über etwa 50.000 m² (rund 5 Hektar) und beherbergt über 700 Arten einheimischer Pflanzen, darunter auch endemische Arten, die sonst nur an sehr spezifischen Standorten vorkommen. Hinzu kommt eine umfangreiche Sammlung von Rosen und Palmen, die in das mediterrane Umfeld integriert wurden. Diese Vielfalt verdeutlicht, dass ästhetisch anspruchsvolle Gartengestaltung und ökologische Verantwortung keine Gegensätze darstellen müssen, sondern sich im Gegenteil gegenseitig bereichern können. 

Strukturierter Charakter
Gestalterisch zeichnet sich der Jardin de l’Albarda durch eine klare Gliederung in verschiedene Gartenbereiche aus. Formal angelegte Segmente orientieren sich an der valencianischen Renaissance, deren arabische Wurzeln in geometrischen Grundmustern, symmetrischen Achsen und der Integration von Wasser als gestalterischem wie auch klimaregulierendem Element sichtbar werden. Zypressen-Alleen, Pergolen und Brunnen geben diesen Bereichen einen strukturierten Charakter, der durch mediterrane Duft- und Blütenpflanzen ergänzt wird. Gleichzeitig existieren agrarisch geprägte Abschnitte und naturbelassene Wildgärten, die den Besucher von der Strenge des Formalen in die Offenheit des Natürlichen führen. 

Eine besondere Rolle spielt die im Zentrum gelegene Villa im neoklassizistischen Stil, die sich an Vorbildern des Architekten Palladio orientiert. Sie bildet nicht nur das architektonische Herzstück, sondern stellt auch eine visuelle Klammer dar, die die einzelnen Gartenteile miteinander verbindet. Von den Terrassen der Villa eröffnet sich ein weiter Blick auf die Sierra Montgó, was die Einbettung des Gartens in seine landschaftliche Umgebung unterstreicht. Ergänzt wird die Anlage durch Wasserstellen, künstliche Teiche und das gezielte Einbringen akustischer Elemente wie Vogelgesang und plätschernde Brunnen. 

Von besonderem Interesse sind die baulich-technischen Strukturen, die das Mikroklima innerhalb des Gartens beeinflussen. So finden sich ein imposantes Glashaus, das auch als Veranstaltungsort genutzt wird, sowie ein Umbráculo, eine halboffene Schattenstruktur, die empfindlicheren Pflanzen Schutz bietet. Diese baulichen Elemente verdeutlichen den wissenschaftlich-technischen Anspruch des Gartens, indem sie zeigen, wie gezielt gestaltete Räume ökologische Funktionen übernehmen können. 

Verbindung von Ästhetik und Nachhaltigkeit
Der Jardin de l’Albarda erfüllt mehrere zentrale Funktionen. Er ist ein Lehr- und Vorzeigemodell für ökologisch nachhaltiges Design in trockenen Klimata. Besonders im Hinblick auf die zunehmende Wasserknappheit im Mittelmeerraum liefert er wertvolle Erkenntnisse. Die Verwendung einheimischer Pflanzenarten senkt den Wasserbedarf erheblich, während gleichzeitig auf den Einsatz von Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln weitgehend verzichtet werden kann. 

Diese gartenbauliche Praxis steht exemplarisch für die Verbindung von Ästhetik und Nachhaltigkeit. Darüber hinaus besitzt der Garten einen hohen kulturellen Wert. Durch die Rekonstruktion und Neuinterpretation von Renaissance-Elementen mit arabischem Einfluss wird die historische Gartenkunst der Region gewürdigt und gleichzeitig in die Gegenwart übertragen. Besucher erhalten so einen direkten Zugang zu den kulturellen Traditionen, die den mediterranen Gartenbau über Jahrhunderte geprägt haben. Diese Kombination von Vergangenheit und Gegenwart eröffnet zudem neue Perspektiven für die Weiterentwicklung gartenkultureller Konzepte. 

Nicht zu unterschätzen ist die Bedeutung des Gartens für den Tourismus und die Umweltbildung. Der Jardin de l’Albarda zieht jährlich zahlreiche Besucher an, die in geführten Rundgängen sowohl ästhetische Eindrücke als auch fachliche Informationen erhalten. Dabei wird insbesondere auf die Wechselwirkung von Pflanzenvielfalt, Wassermanagement und Pflege eingegangen. Ergänzt wird dies durch kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen und Workshops, die den Garten zu einem lebendigen Ort des Austausches machen. 

Antworten auf drängende Fragen
Aus pflegetechnischer Sicht stellt der Jardin de l’Albarda ein anspruchsvolles Objekt dar. Die Vielfalt der Pflanzen erfordert differenzierte Pflegekonzepte, die auf die jeweiligen ökologischen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Während mediterrane Gehölze wie Quercus ilex (Steineiche) oder Olea europaea (Olivenbaum) vergleichsweise robust und trockenheitsresistent sind, bedürfen Rosensammlungen oder Palmenarten einer gezielteren Betreuung. Hinzu kommt die Integration ökologischer Nischen, etwa durch Totholzbereiche, Insektenhabitate oder Kleingewässer, die eine hohe Biodiversität fördern. Damit übernimmt der Garten eine Vorbildfunktion für die Kombination von klassischer Gartenpflege und moderner Naturschutzpraxis. 

Die langfristige Bedeutung des Gartens liegt in seiner Vorbildfunktion. In Zeiten des Klimawandels, in denen Wasserknappheit, Artenverlust und Urbanisierung den Mittelmeerraum stark belasten, liefert der Jardin de l’Albarda konkrete Antworten auf drängende Fragen. Er zeigt, dass ein Garten nicht nur ein Ort der Erholung oder Zierde sein muss, sondern ein Raum, in dem ökologische Verantwortung, kulturelles Erbe und ästhetische Qualität zusammenkommen. Für Fachleute im Gartenbau, aber auch für private Gartenbesitzer, ist er damit eine wertvolle Inspirationsquelle. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Jardin de l’Albarda weit über die Grenzen eines klassischen Schaugartens hinausgeht. Er ist ein lebendiges Lehrstück für ökologische Gartenpflege, eine Hommage an die mediterrane Gartenkunst und ein Vorreiter nachhaltiger Landschaftsgestaltung. Seine Kombination aus formaler Strenge und natürlicher Vielfalt, aus historischer Rückbesinnung und moderner Praxis macht ihn zu einem einzigartigen Projekt. Die Fundación Enrique Montoliu hat damit einen Ort geschaffen, der beispielhaft zeigt, wie Gartenbau im 21. Jahrhundert verstanden und umgesetzt werden kann.   

Der Besuch des Jardin de l’Albarda erwies sich für unsere Klasse als überaus lehrreicher und inspirierender Ausflug. Die Anlage beeindruckte uns nicht nur durch das Zusammenspiel architektonischer Klarheit und  gleichzeitige landschaftlicher Vielfalt, sondern auch durch die bewusste Verwendung einheimischer Pflanzenarten. Dieser Ansatz zeigt exemplarisch, wie ästhetische Gestaltung und ökologische Verantwortung Hand in Hand gehen können. Besonders hervorzuheben ist für uns die Pflegequalität: Es ist erstaunlich, dass ein Garten dieser Grösse und Komplexität mit lediglich drei bis sechs Gärtnern so hervorragend unterhalten wird.

Fischteich im Jardin de l'Albarda.
Fischteich im Jardin de l'Albarda.

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