10.04.2026
Forschende der Ostschweizer Fachhochschule (OST) sind dem Phänomen des gesunden Alterns auf den Grund gegangen. Dabei haben sie verschiedene Ansätze überprüft, wie und weshalb Senioren bis ins hohe Alter geistig und körperlich fit bleiben, anderen dieses Wohlergehen aber verwehrt wird. Vier thematisch verschiedene Forschungsprojekte der OST liefern neue Perspektiven und konkrete Lösungen, wie es gelingen kann, auch als älterer Mensch gesund, sicher und sozial eingebunden zu leben.
Zu den innovativen Ansätzen rund um das Thema «Healthy Living and Aging» gehört unter anderem das Projekt «HealthyAge Environments». Dabei wurde untersucht, wie Aussenräume in Alters- und Pflegeheimen gestaltet sein müssen, um gesundheitsfördernd und gleichzeitig klimatauglich zu wirken. Dafür wurden Heimbewohner und Pflegepersonal nach ihrer Meinung befragt.
Es zeigte sich, dass ein grosses Interesse an einer Begrünung der Aussenanlagen besteht. Doch es fehlt oft an Wissen, Ressourcen oder Zeit, diese ansprechend zu gestalten und zu pflegen. Deshalb wird an der OST nach umsetzbaren neuen Lösungen gesucht, wie Aussenräume in Alters- und Pflegeheimen gestaltet sein müssen, um gesundheitsfördernd und klimatauglich zu wirken. Reine theoretische Anleitungen, beispielsweise online, sind nicht zielführend, haben die Forschenden festgestellt. Mobile Teststationen und Workshops könnten hingegen helfen, Wissen direkt in die Praxis zu bringen. Erste Prototypen für grüne Module sind in Planung.
Gartenarbeit macht Freude, hält körperlich fit und bereitet Genugtuung, wenn man die Früchte seiner Arbeit ernten kann. Aber nicht nur hier sind Senioren weiterhin eifrig am Schaffen, immer mehr Menschen bleiben auch über das Rentenalter hinaus berufstätig.
Diese Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt waren wiederum Thema des zweiten Forschungsprojekts «Agewise». Dabei erhielten sie überraschende Ergebnisse: Rund 60 Prozent der Befragten gaben an, freiwillig weiterzuarbeiten, unter anderem, weil sie ihre Tätigkeit als sinnstiftend empfinden.
Gut 25 Prozent der Senioren hingegen müssen aus finanzieller Not weiter berufstätig bleiben. Dies wird auch in Zukunft ein wichtiges soziales Thema bleiben. Die Lebenserwartungen steigen, doch viele sind für das Alter nicht ausreichend finanziell abgesichert. Für eine altersfreundliche Arbeitswelt braucht es daher flexible Modelle und gezielte Massnahmen gegen Altersdiskriminierung.
Deshalb wird jetzt aufbauend auf diesen Ergebnissen ein Folgeprojekt entwickelt, das Praxispartner, Forschungseinrichtungen und Arbeitgebernetzwerke enger zusammenbringt.
Die zwei weiteren Projekte widmeten sich der leicht zugänglichen digitalen Vernetzung für Senioren sowie der Gesundheitsversorgung älterer Menschen mit Migrationshintergrund.
Text: Claudia Bertoldi, Foto: Rainer Sturm, Pixelio.de
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