13.03.2026
Ein Aktionsplan soll die Belastung von Mensch und Umwelt mit langlebigen Chemikalien wie per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) reduzieren. Bis Ende 2027 muss das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) einen Massnahmenplan ausarbeiten, wie ihn die Motion von Ständerätin Tiana Moser (GLP Zürich) im Parlament gefordert hat.
PFAS ist eine Gruppe von mehreren Tausend synthetischen Chemikalien, die in der Natur über Jahrhunderte nicht abgebaut werden können. Deshalb nennt man sie oft auch «Ewigkeitschemikalien». «Sie reichern sich deswegen in der Umwelt und den Organismen an und können die Gesundheit schädigen», informiert das UVEK.
Einige Hundert dieser Substanzen sind für die Schweizer Wirtschaft relevant. Belastungen wurden mittlerweile in der gesamten Schweiz gemessen, Hotspots finden sich insbesondere bei Deponien, Industrieanlagen und Brandorten. «Viele PFAS sind fett-, schmutz- und wasserabweisend sowie chemisch und thermisch äusserst stabil», beschreibt die Akademie der Naturwissenschaften auf einem Faktenblatt (akademien-schweiz.ch).
Seit den 1940er-Jahren werden sie zunehmend für die verschiedensten Produkte verwendet wie wetterfeste Kleider, Antihaftbeschichtungen (Teflon), Lebensmittelverpackungen und Feuerlöschmittel. In der Industrie werden sie unter anderem für Halbleiter, Kältemittel sowie Dichtungs- und Isolationsmaterial benutzt. Ihre Konzentration beispielsweise im Wasser steigt stetig, da ihre Verwendung kaum reguliert ist und Ersatzstoffe langfristig entwickelt werden müssen. Die SCNAT empfiehlt, PFAS zu ersetzen, ihr Vorkommen in den Gewässern und Böden systematisch zu erfassen und stark belastete Standorte zu sanieren.
PFAS gelangen über Getränke und Lebensmittel sowie Hausstaub und Produkte wie beschichtete Pfannen in den menschlichen Körper. Vermutlich schaden sie der Gesundheit, zudem werden einige dieser Substanzen im Körper angereichert. «Insgesamt wurden bisher weniger als ein Prozent aller PFAS auf ihre gesundheitlichen Auswirkungen untersucht», hält das SCNAT-Faktenblatt fest. «Bei den Substanzen, die genauer erforscht worden sind, zeigte sich fast immer eine chronische Giftigkeit.»
Für einzelne Substanzen weisen Studien nach, dass sie beispielsweise krebserregend sind, die Cholesterinwerte erhöhen, die Leber schädigen und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Die Auswirkungen auf die Ökosysteme sind ebenfalls noch wenig erforscht. PFAS-Rückstände indessen konnte man in Pflanzen und Tieren nachweisen. Besonders hohe Konzentration fand man in Fischen und Wildschweinen.
Text und Foto: Urs Rüttimann
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