Bund fördert Biodiversität und Klimaschutz
In einem fünfzigseitigen Booklet zeigt das Bundesamt für Umwelt, wie Räume ökologisch aufgewertet werden können. Unter dem Titel «Naturbasierte Lösungen: Chancen für Gemeinden, Regionen und Unternehmen» sind in diesem Dokument beispielhafte Massnahmen zusammengestellt, wie Behörden und Privatleute Flächen in Städten, Siedlungen und der Landschaft an den Klimawandel anpassen können. Die Förderung der Biodiversität und der Klimaschutz begünstigen sich dabei oft wechselseitig, so beispielweise bei der Reduktion von Treibhausgasen und der Kühlung von Städten. Doch dies erfordert ein koordiniertes Vorgehen aller Akteure.
Solche naturbasierten Lösungen mit einem möglichst grossen positiven Effekt bekanntzumachen, ist eine Massnahme des Aktionsplans Biodiversität 2025 bis 2030. «Die Projekte decken alle relevanten Ökosysteme ab – vom Siedlungsraum bis zum Wald – und zeigen konkrete Wirkungen für Biodiversität, Klimaresilienz und Klimaschutz», hält dazu das Booklet fest. Die Best-Practice-Beispiele veranschaulichen die Bandbreite möglicher Massnahmen. Sie umfassen fünf Anwendungsgebiete:
- Siedlungen und Verkehrsflächen: Schaffung und Aufwertung urbaner Grünflächen, Dachbegrünung, Fassadenbegrünung, Entsiegelung, Schaffung und Aufwertung urbaner Gewässer, Schwammstadtlösungen.
- Gewässer: Renaturierung von Fliess- und Stillgewässern, Ausdolung, pflanzenbasierte Beschattung von Gewässern.
- Feuchtgebiete: Revitalisierung von Mooren (Wiedervernässung), Wiedervernässung von Mooren mit alternativen Bewirtschaftungsformen, Renaturierung anderer Feuchtgebiete (Auen, Feuchtwiesen).
- Acker- und Grünland: Agroforstwirtschaft, agrarökologische Landwirtschaft, Schwammlandschaft.
- Wald: Naturnahe Waldbewirtschaftung, Waldnaturschutz, Schutzwald.
Im begleitenden Förderprogramm Adapt+ ist beschrieben, welche Kriterien bei der Planung und Umsetzung solcher Projekte erfüllt sein müssen, um bei der Finanzierung unterstützt zu werden. Je nach Wirkung übernimmt der Bund bis zu 50 Prozent der Kosten. Dazu hält das Förderprogramm fest: «Die grössten sektorenübergreifenden Herausforderungen sind die Zunahmen von Durchschnittstemperaturen, Hitzebelastung, Sommertrockenheit und Naturgefahrenpotenzial sowie die zunehmende Veränderung der Lebensräume und Artenzusammensetzung.» Je mehr positive Effekte ein Projekt dagegen zu kombinieren vermag, desto grösser ist die finanzielle Unterstützung.
Text: Urs Rüttimann

Foto: Urs Rüttimann
