28.10.2026

Laura Hänni erhält den JardinSuisse-Preis 2026

Die Erweiterung der Schulanlage Neufeld in Thun und die damit verbundene Neugestaltung des Aussenraums stand im Mittelpunkt der Bachelorarbeit von Laura Hänni. Für ihre mustergültige Aufbereitung des Projektes wurde ihr der diesjährige JardinSuisse-Preis zuerkannt.

Mit der Abgabe ihrer Bachelorarbeiten endet für die Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Landschaftsarchitektur an der OST ihr mindestens sechs Semester dauerndes Studium. 39 Bachelorarbeiten wurden in diesem Jahr eingereicht. Sie ermöglichen einen guten Überblick über das Aufgabengebiet eines Landschaftsarchitekten, das von der Planung und Gestaltung von Gärten, Plätzen, Spiel- und Sportanlagen über Parks bis zu ganzen Landschaften reicht. Die Bachelorarbeiten sind praxisbezogen, so auch die prämierte Arbeit.

Multifunktional und naturnah
Wegen des Bevölkerungswachstums und der Quartierentwicklung erweitert Thun die Schulanlage Neufeld mit einem Neubau für eine Sporthalle und sechs Basisstufen samt Tagesschule. Der komplette Aussenraum wird mit Ausnahme des bereits sanierten Rasenspielfeldes neugestaltet.

Mit ihrem Entwurf schafft Laura Hänni einen multifunktionalen Aussenraum, der als «drittes Klassenzimmer» Natur und Pädagogik verbindet. Das Konzept setzt auf ressourcenschonenden Umgang. Der alte Baumbestand bleibt erhalten, bestehende Materialien fliessen in die Gestaltung ein. Entsiegelte Flächen begünstigen einen natürlichen Wasserkreislauf.

Das Regenwasser wird im Gelände zurückgehalten. Dachwasser versickert in Rigolen und sanfte Mulden im Gelände werden bei Regen zu Wasserlandschaften. Brunnen bieten Gelegenheit zum Experimentieren und Spielen mit Wasser. Mikado-Hölzer, die durch die Mulden führen, und grosse Balancierstämme laden zum Klettern ein. Gleichzeitig dienen die Schotterbänke als ökologischer Lebensraum und Sitzgelegenheit.

Neben der bereits bestehenden Sprayerwand können die Fassaden der neuen Geräteräume als Magnet- oder Kreidetafeln genutzt werden. Das Areal bietet den Kindern einen vielseitigen Ort zum Spielen und Toben, kreativer Betätigung und mit ruhigen Ecken zum Ausruhen, Beobachten und für den Unterricht im Freien.

In seiner Laudatio lobte Christian Kaindl, Studiengangsleiter und Professor für Landschaftsarchitektur, den analogen und digitalen Planungsprozess der Arbeit «in Perfektion». Der ortsspezifische Entwurf und die detaillierte Pflanzplanung des Freiraums wurden einfach, funktional und kostengünstig umgesetzt und dabei auch Details der technischen Aufbauten solide und fachlich korrekt aufgezeichnet.

Text: Claudia Bertoldi

Die Preisträgerin Laura Hänni.
Die Preisträgerin Laura Hänni.