14.04.2022

Stand Revision Gärtner (RGB24)

Revisionsprozesse sind ein regelmässiger ­Bestandteil der ­Aufgaben in der Berufsbildung aller Branchen. Das Ziel einer ­Revision ist die ­Optimierung der Ausbildung der Lernenden für die Zukunft.

Es gilt, nicht nur aktuelle Vorteile und Defizite der Ausbildung zu erkennen, sondern auch zu überlegen, was in Zukunft für den jeweiligen Berufsstand von zentraler Bedeutung sein wird. Das macht eine Revision zu einer anspruchsvollen Aufgabe. 2020 hat die Grüne Branche den Revisionsprozess der Grundbildung Gärtner/-in gestartet. Im Verlauf der letzten zwei Jahre wurden mit Vertretern aus der Branche und sämtlichen anderen Interessengruppen wie beispielsweise den Fachlehrern und den Prüfungsexperten das neue Qualifikationsprofil sowie der Bildungsplan erarbeitet.

Intensive Workshops
Im Bildungsplan werden die Leistungsziele für die drei Lernorte Betrieb, überbetrieblicher Kurs und Berufsfachschule definiert. Diese werden von den Handlungskompetenzen aus dem Qualifikationsprofil abgeleitet.

Der Prozess der Erarbeitung des Bildungsplanes wurde mit der zweitägigen Schlussklausur Ende Februar im Bildungszentrum Gärtner in Neuenkirch (LU) grösstenteils abgeschlossen. Dieser Klausur gingen zwölf individuelle, arbeitsintensive Workshops voraus. Derzeit sind diese Grundlagendokumente in der Prüfung durch sämtliche interne relevante Gremien sowie die Kommission für Berufsentwicklung.

Herausforderungen
Während der Erarbeitung dieser Dokumente galt es, stets im Bewusstsein zu haben, dass die neuen Grundlagen in der Praxis erst in sechs bis sieben Jahren zum Zuge kommen. Weiter musste man jederzeit die Abgrenzung der Grundbildung zur Weiterbildung im Fokus haben. Der Ansatz des handlungskompetenzorientierten Unterrichts verlangt von sämtlichen Akteuren ein Umdenken. Heinz Hartmann, Bereichsleiter Berufsbildung, fasst wie folgt zusammen: «Mir ist bewusst, dass wir in Zukunft einen mutigen, jedoch einen gangbaren Weg gehen werden».

Vorinformation Vernehmlassung
Im Verlauf vom Mai dieses Jahres werden die eingangs erwähnten Grundlagendokumente der Branche zur Vernehmlassung vorgelegt. Diese wird in Form eines Online-Fragebogens an sämtliche Mitgliederbetriebe gesendet. Abschliessend kann gesagt werden, dass das Revisionsprojekt auf Kurs und der Start mit der neuen Bildungsverordnung per Sommer 2024 realistisch sind. Der Bereich Berufsbildung freut sich bereits jetzt auf die Umsetzung.