27.11.2025
Informationen aus dem Fachrat Garten- und Landschaftsbau
Die aktuelle Auftragslage im Garten- und Landschaftsbau zeigt ein deutlich verändertes Bild im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Christoph Hofmann, Präsident der Fachgruppe GaLaBau, bewertet die aktuelle Situation im Garten- und Landschaftsbau mit einer nüchternen Einschätzung: Der Arbeitsvorrat fällt im laufenden Jahr vergleichsweise gering aus.
Text: Stefan Haus, Bereichsleiter GaLaBau
Betrachtet man jedoch diese Zahlen im historischen Kontext, so bewegen sie sich auf einem ähnlichen Niveau wie in den Jahren 2017 und 2018. Damit wird deutlich, dass die aussergewöhnlich hohe Nachfrage während der Coronapandemie – der sogenannte Corona-Bonus – inzwischen nicht mehr spürbar ist. Die Branche muss sich darauf einstellen, wieder unter normalen Marktbedingungen zu agieren und die Auftragslage entsprechend realistisch einzuschätzen.
WorldSkills 2026 in Shanghai
Mit Blick auf die kommenden Weltmeisterschaften in Shanghai betonte Stefan Haus die Bedeutung einer sorgfältigen Vorbereitung der SwissSkills-Kandidaten in den Regionen. Fachliche und mentale Trainings seien entscheidend, um das hohe Niveau zu halten und optimal auf die WorldSkills vorbereitet zu sein. Ein konstantes Trainerteam sowie die Einbindung von SwissSkills-Experten und ehemaligen Teilnehmenden könnten dabei wertvolle Unterstützung leisten. Da die Trainingszeit für die WorldSkills knapp bemessen ist, gilt ein intensives Training im Vorfeld als unerlässlich. Die internationale Konkurrenz ist stark – für die Schweiz treten Elias Schöpfer und Silas Nussbaumer an.
Digitaler Helfer für die Grüne Branche: «JardinBot» geht online
Gemeinsam mit der Ostschweizer Fachhochschule OST hat die Projektgruppe Digitalisierung von der Fachgruppe GaLaBau einen neuen Chatbot entwickelt. Unter dem Namen «JardinBot» steht er ab sofort auf der Verbandswebseite zur Verfügung. Der digitale Assistent ist dreisprachig programmiert und greift auf sämtliche Texte sowie PDF-Dokumente und Unterseiten der Webseite zu, um Nutzerinnen und Nutzern Antworten zu liefern. Damit soll die Informationssuche für Mitglieder und Interessierte deutlich erleichtert werden. Noch zeigt sich allerdings, dass die Fülle an Unterseiten und Dokumenten den Chatbot bisweilen an seine Grenzen bringt. Um die Qualität der Antworten zu verbessern, arbeitet die Geschäftsstelle daran, die Inhalte zu straffen und Widersprüche zu beseitigen. Ziel ist es, den «JardinBot» zu einem zuverlässigen Werkzeug für die tägliche Praxis zu machen – und damit einen weiteren Schritt in Richtung digitaler Serviceangebote für die Branche zu gehen.
Mitgliederumfrage: Zufriedenheit mit JardinSuisse
Von 1693 angefragten Garten- und Landschaftsbaubetrieben beteiligten sich knapp 27 Prozent an der aktuellen Umfrage. Die Zufriedenheit mit JardinSuisse fällt insgesamt hoch aus: In der Deutschschweiz sind 71 Prozent zufrieden, in der Westschweiz 66 Prozent und im Tessin 6 Prozent. Kritik gibt es jedoch vor allem in den Bereichen Bildung (31 Prozent), Kommunikation (24 Prozent) und Leistung allgemein (21 Prozent). Politik (16 Prozent) und Umweltfachstelle (8 Prozent) wurden ebenfalls genannt. JardinSuisse wertet die Resultate sorgfältig aus und arbeitet kontinuierlich daran, seine Angebote für die Mitglieder weiter zu verbessern und attraktiv zu halten.
Neue Plattform für die Unternehmensnachfolge in der Grünen Branche startet 2026
Ab Januar 2026 lanciert die Schöpfer und Frei GmbH mit «GRUENEnachfolge.ch» eine dreisprachige Plattform zur Nachfolgeregelung von Betrieben. Sie erleichtert Unternehmerinnen und Unternehmern den Übergang und bietet eine strukturierte Möglichkeit, Nachfolger zu finden. JardinSuisse ist als Partner sichtbar, hat jedoch keinen Zugriff auf Daten. Mitglieder profitieren von 30 Prozent Rabatt: Inserate kosten statt 500 Franken nur 350 Franken für sechs Monate. Der Fachvorstand GaLaBau erwartet einen deutlichen Mehrwert für Betriebe und Nachfolgeinteressierte.
Neue Normen und Engpässe bei der NPK-Überarbeitung
Peter Susewind, unser langjähriger Fachmann in der SIA-Kommission, berichtet, dass die Normenarbeit im GaLaBau voranschreitet – jedoch nicht ohne Hürden. Die Vernehmlassung zur SIA 312 (Dachbegrünung) ist abgeschlossen. Derzeit läuft die Revisionsfrist, bevor die endgültige Fassung veröffentlicht wird. Geplant ist die Publikation auf Anfang 2026. Bei der SIA 318 (GaLaBau) befindet sich die Vernehmlassung noch bis zum 5. Dezember 2025 in der Konsultationsphase. Die Veröffentlichung ist für den Sommer 2026 vorgesehen. Im Zuge der Arbeiten hat sich gezeigt, dass das Fachthema Fassadenbegrünung nicht in die SIA 318 passt und dort auch nicht umfassend behandelt werden kann. Deshalb soll eine eigene Norm entstehen. Den entsprechenden Antrag haben JardinSuisse, BSLA, SFG, Gebäudehülle Schweiz und Swisstec gemeinsam bei der SIA eingereicht. Die Anpassungen innerhalb der SIA 318 machen eine Überarbeitung des NPK 181 erforderlich. JardinSuisse hat hierfür bereits einen Antrag bei der CRB gestellt. Allerdings sind die Produktionskapazitäten der CRB für neue oder überarbeitete NPK-Dokumente bis mindestens 2030 vollständig ausgebucht. Damit verzögert sich die Umsetzung deutlich. JardinSuisse behält sich vor, den Entscheid der CRB eingehend zu prüfen.
Abschied von Stefan Haus: Wechsel bei JardinSuisse
Christoph Hofmann informierte zum Schluss der Sitzung über eine personelle Veränderung: Stefan Haus, Bereichsleiter GaLaBau, wird JardinSuisse zum 31. Dezember 2025 verlassen. Der Präsident würdigte das Engagement von Haus und dankte ihm ausdrücklich für seinen unermüdlichen Einsatz zugunsten von JardinSuisse in den vergangenen knapp sieben Jahren. Mit seiner Fachkompetenz und seinem Einsatz habe er die Arbeit der Fachgruppe massgeblich geprägt und wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Garten- und Landschaftsbaus gesetzt. Die nächste Fachrat-Sitzung ist auf den 30. April 2026 angesetzt.
