12.11.2025
Der Japankäfer breitet sich seit 2017 in der Schweiz aus. Zunächst an der Grenze zu Italien im Tessin, dann unter anderem in Kloten, im Wallis und in Basel. Zuletzt wurden Exemplare des Popillia japonica erstmals im Kanton Bern in Spiez gesichtet. Oft ist ihr Fund Zufall. Doch schon bald sollen tierische Spürnasen die Larven des Schädlings unter der Erde aufspüren und mithelfen, die Verbreitung zu bremsen, berichtet die Informationsstelle der Schweizer Landwirtschaft LID.
Die Vermehrung des invasiven Käfers schreitet rasant voran, sodass Ausrottungsversuche zugunsten einer Eindämmungsstrategie der Behörden aufgegeben wurden. Die einzige effiziente Strategie besteht darin, die Larven im Boden zu vernichten. Hier sollen Hunde mit ihrem feinen Geruchssinn zum Einsatz kommen.
Die beiden Umweltingenieurinnen Aline Lüscher und Chiara Baschung, die an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) studiert haben, trainieren ihre Hunde, um die Larven des Japankäfers unter der Erde aufzuspüren. Die Idee selbst stammt von einem ihrer ehemaligen Dozenten. Aline Lüscher schrieb auch ihre Masterarbeit zu diesem Thema.
Larven des Japankäfers vergraben sich zwischen fünf und 20 Zentimetern unter der Erde, deshalb ist es auch für die Hunde eine Herausforderung. Sie wurden zunächst mit Gefässen mit dem Geruch der Japankäferlarven trainiert. Seit etwa einem Jahr dürfen die beiden Frauen mit echten Japankäfern in geschlossenen Räumen arbeiten. Momentan werden sieben Hunde der Rassen Braque Français, English Pointer, Australian Kelpie, Border Collie, Malinois und Dalmatiner trainiert.
Das Ziel ist, zu erkennen, welche Rasse wie reagiert und wo ihre Stärken liegen. Die ersten Ergebnisse sind ermutigend: Die Hunde identifizieren die Larven zuverlässig, selbst wenn der Geruch schwach oder verdeckt ist. Nun steht eine weitere Hürde an, denn die Hunde müssen ihren guten Spürsinn unter realen Bedingungen im Aussenraum beweisen.
Angesichts der schnellen Verbreitung des invasiven Schädlings ist schnelles Handeln angesagt. Im Tessin sei der Einsatz der Hunde bereits nicht mehr sinnvoll, da die Befälle zu gross seien. «Ausserhalb des Tessins bestehe aber noch Handlungsspielraum», erklärt Chiara Baschung. In den weniger betroffenen Kantonen Waadt oder Genf könne ein gezieltes Aufspüren ein Behandeln der ersten Befälle ermöglichen und kostspielige und destruktive Eingriffe im grossen Mass verhindern.
In Zukunft soll ein Team bereitstehen, das auf Anfrage sofort vor Ort tätig wird. Noch läuft das Projekt auf freiwilliger Basis und ohne öffentliche Finanzierung. Diese wird von den beiden Frauen und einigen privaten Spendern getragen. «Solange wir keinen voll funktionsfähigen Dienst anbieten können, ist es schwierig, finanzielle Unterstützung zu erhalten», meint Chiara Baschung. Doch das soll sich bald ändern.
Text: Claudia Bertoldi, Foto: zVg
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